Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Sichere Chemikalien > Datenteilung > Nachgeschaltete Anwender
Stichworte: Fragen zur Informationspflicht nach Artikel 33 der REACh-Verordnung

Frage:

In den von uns hergestellten Erzeugnissen sind u.a. auch zugekaufte Erzeugnisse aus Glas enthalten.
Im Rahmen der letzten Erweiterung der Kandidatenliste haben wir unsere Lieferanten angefragt, ob Stoffe der Kandidatenliste enthalten sind, u.a. weil der neu aufgenommene SVHC Stoff Dibortrioxid B2O3 Rezepturbestandteil von einigen Glas-Sorten sein kann.

Zwei Lieferanten argumentieren in deren Antworten wie folgt:
"Glas ist in Anhang V Ziffer 11 REACH aufgenommen worden und wird im Rahmen von REACH als Stoff angesehen. Die hergestellten Erzeugnisse bestehen vollständig aus Glas und dieser Stoff ist weder aktuell auf der Kandidatenliste noch ist damit zu rechnen, dass Glas zukünftig in die Kandidatenliste aufgenommen wird. Daher besteht für Erzeugnisse aus Glas keine Informationspflicht nach Art. 33 REACH."

Ist diese Auslegung korrekt?
Das hieße, selbst wenn ein Stoff der Kandidatenliste, z.B. Bortrioxid, in Glas enthalten ist, muss unser Lieferant für Glaserzeugnisse, und damit auch wir für unsere Erzeugnisse, nicht darüber informieren, weil Glas als eigenständiger Stoff angesehen wird?

Antwort :

Die Informationspflicht nach Artikel 33 gilt für Erzeugnisse. Da das gelieferte Produkt ein Erzeugnis ist, besteht die Verpflichtung zur Weitergabe von Informationen über SVHC-Stoffe in der Kandidatenliste in Erzeugnissen. Dies betrifft auch den am 18. Juni 2012 aufgenommenen Stoff Dibortrioxid, wenn dieser als Stoff Dibortrioxid als solcher in dem Erzeugnis mit mehr als 0,1 Gew.% enthalten ist.

Ist aber Dibortrioxid als Stoff in dem Glas nicht nachzuweisen (z. B. durch Röntgenstrukturnalyse oder optische Methoden), dann wird das Glas als Ganzes als ein Stoff definiert.

Nach der wissenschaftlichen Literatur ist Glas eher ein Stoffzustand als ein Stoff als solcher. Für Gesetzgebungszwecke kann Glas am besten durch seine Ausgangsmaterialien und seinen Herstellungsprozess definiert werden, ähnlich wie bei vielen anderen UVCB-Stoffen.

Danach liegt eine Informationspflicht nach Artikel 33 nur dann vor, wenn der UVCB Stoff „Glas“ mit genau dieser Zusammensetzung auf der Kandidatenliste stehen würde. Da dies nicht der Fall ist, müssen die Lieferanten auch keine Informationen zu Dibortrioxid weitergeben.

Die Angaben zu Anhang V beziehen sich darauf, welche Gläser mit welcher Zusammensetzung von der Registrierungspflicht ausgenommen werden und welche nicht. Dies korreliert nicht direkt mit der Ableitung der Pflichten nach Artikel 33. Daher sind auch weitere Pflichten zu beachten, wie die „Kommunikation in der Lieferkette“, Beschränkungen und möglicherweise Zulassungspflichten.


Dialognummer: 16834
Stand: 15.07.2012

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.