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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Fußböden
Stichworte: Welcher physikalische Zusammenhang besteht zwischen Reibzahlen (µ)und Bewertungsgruppen nach BGR 181 ?

Frage:

Das Merkblatt für Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereiche mit Rutschgefahr (BGR 181 bisher ZH1/571) spricht von Bewertungsgruppen von Fußböden (z. B. R9, R 13 etc.).
Bei Prüfverfahren von Fußbodenbelägen wird von Reibzahlen ausgegangen.
Welcher physikalische Zusammenhang besteht zwischen Reibzahlen (µ)und der Bewertungsgruppen nach BGR 181 ?

Antwort :

Zur Umrechnung von Reibungszahlen in R-Bewertungsgruppen vier Antworten:

1.) Zitat aus BGR 181 - Vorbemerkung und Anhang 1:
"Die bisher eingesetzten ortsunabhängigen Messverfahren zur Prüfung der Rutschhemmung sind nicht standardisiert; deshalb können die mit diesen Verfahren ermittelten Reibzahlen nicht mit den Ergebnissen nach dem in Anhang 2 beschriebenen Prüfverfahren verglichen und nicht zur Einordnung in eine R-Gruppe herangezogen werden."

2.) Nach den Grundlagen der Reibungsphysik ist bei Reibungsmessungen mit der Schiefen Ebene der Reibungskoeffizient µ gleich dem Tangens des Reibungswinkels.
Messungen mit der Schiefen Ebene bedeuten aber in der Regel Haftreibungsmessungen, während mit den üblichen Fußbodenmessgeräten (z.B. E DIN 51131) der Gleitreibungskoeffizient ermittelt wird. Bei der Begehung von Prüfpersonen auf der Schiefen Ebene nach DIN 51130 und BGR 181 ist unklar, welcher Art an Reibung der Akzeptanzwinkel ("Grenze des sicheren Gehens") entspricht.

3.) Die Umrechnung von Reibungszahlen in Akzeptanzwinkeln (bzw. R-Gruppen) scheitert insbesondere auch daran, dass die Prüfung auf der Schiefen Ebene mit einem Normschuh und mit dem Gleitmittel Motorenöl (SAE 10W-30) durchgeführt wird, während die Vor-Ort-Messung von Fußböden in der Regel mit Gummi- und Ledergleitern im trockenen und im nassen Zustand erfolgt. Schuhsohlenmaterial und verwendete Gleitmittel haben wesentlichen Einfluss auf die Messergebnisse, so dass eine Umrechnung nur unter gleichen Messbedingungen möglich ist.

4.) Die Bewertung der Rutschsicherheit bei Reibungsmessungen sollte mit Hilfe der Wuppertaler Grenzwerte für Gleitsicherheit erfolgen, vgl. Online-Dokumente unter http://www.arbeitssicherheit.uni-wuppertal.de . Die geplante Aufnahme solcher Grenzwerte in das berufsgenossenschaftliche Regelwerk beschreibt Thomas Götte in dem Aufsatz "Schutz vor Rutschgefahr" in der Zeitschrift ARBEIT UND GESUNDHEIT spezial, Heft Januar 2003 ( http://www.arbeit-und-gesundheit.de ).

Stand: 06.02.03
 


Dialognummer: 1646

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