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Nutzerpfad: Betriebliches Arbeitsschutzsystem > Beauftragte / Bestellte > Gefahrgutbeauftragte
Stichworte: Wie sind beauftragte Personen für Gefahrgut und sonstige verantwortliche Personen zu qualifizieren?

Frage:

Sicherheitsberater Punkt 1.8.3 ADR / beauftragte Person Gefahrgut und sonstige verantwortliche Personen Gefahrgut

Wir wollen Führungskräfte neu zur beauftragten Person Gefahrgut qualifizieren, nicht zum Gefahrgutbeauftragten.
Frage: Was ist der mindeste Schulungsaufwand? Gilt dazu auch § 5 GbV?

Desweiteren wollen wir Werker zu den ehemals genannten "sonstigen verantwortlichen Personen" Gefahrgut bestellen, die auch befähigt werden, rechtsverbindlich die Begleitscheine für gefährliche Abfälle elektronisch zu signieren.

Frage: Was wäre hier der mindesteste Schulungsaufwand und unter welchen Punkten ADR kann ich das nachlesen? Es geht nicht darum, dass Gefahrgut transportiert wird, sondern lediglich Gefahrgüter / gefährliche Abfälle durch Dienstleister vom Hof zu bringen.

Antwort :

Die Gefahrgutbeauftragtenverodnung - GbV gilt für Gefahrgutbeauftragte, deswegen sind in § 5 nur die Schulungsanforderungen für Gefahrgutbeauftragte genannt.
Schulungsverpflichtungen für „beauftragte Personen“ und „sonstige beauftragte Personen“ ergeben sich aus Kapitel 1.3 ADR (http://www.tes.bam.de/de/regelwerke/gefahrgutvorschriften/index.htm).

In Abschnitt 1.3.2 heißt es:

1.3.2 Art der Unterweisung
Je nach Verantwortlichkeiten und Aufgaben muss die betreffende Person in folgender Form unterwiesen sein:

1.3.2.1 Einführung
Das Personal muss mit den allgemeinen Bestimmungen der Vorschriften für die Beförderung gefährlicher Güter vertraut gemacht sein.

1.3.2.2 Aufgabenbezogene Unterweisung
Das Personal muss seinen Aufgaben und Verantwortlichkeiten entsprechend über die Vorschriften unterwiesen sein, die die Beförderung gefährlicher Güter regeln.
In den Fällen, in denen die Beförderung gefährlicher Güter multimodale Transportvorgänge umfasst, muss das Personal die für andere Verkehrsträger geltenden Vorschriften kennen.

1.3.2.3 Sicherheitsunterweisung
Entsprechend den bei der Beförderung gefährlicher Güter und ihrer Be- und Entladung möglichen Gefahren einer Verletzung oder Schädigung als Folge von Zwischenfällen muss das Personal über die von den gefährlichen Gütern ausgehenden Risiken und Gefahren unterwiesen sein.
Ziel der Unterweisung muss es sein, dem Personal die sichere Handhabung und die Notfallmaßnahmen zu verdeutlichen.

1.3.2.4 Auffrischungskurse
Die Unterweisung ist in regelmäßigen Abständen durch Auffrischungskurse zu ergänzen, um Änderungen in den Vorschriften Rechnung zu tragen.

1.3.3 Dokumentation
Aufzeichnungen der nach diesem Kapitel erhaltenen Unterweisung sind vom Arbeitgeber aufzubewahren und dem Arbeitnehmer oder der zuständigen Behörde auf Verlangen zur Verfügung zu stellen. Die Aufzeichnungen müssen vom Arbeitgeber für den von der zuständigen Behörde festgelegten Zeitraum aufbewahrt werden. Die Aufzeichnungen der erhaltenen Unterweisung sind bei der Aufnahme einer neuen Tätigkeit zu überprüfen.


In der Praxis bedeutet dies, dass folgende Themen behandelt werden sollten:
- Rechtliche Grundlagen der Gefahrgutbeförderung
- Ablauf einer Gefahrgutbeförderung
- Pflichten und Verantwortlichkeiten gemäß GGVSEB/ADR
- Ladungssicherung

Die Schulung für die Führungskräfte sollte von einem Sachkundigen (z.B. externer Schulungsanbieter) durchgeführt werden.

Auch wenn Ihr Unternehmen nicht transportiert, haben Sie trotzdem Pflichten nach dem Gefahrgutrecht als Absender.
Für die „sonstigen verantwortlichen Personen“ muss die Unterweisung nicht so umfangreich sein. Art und Umfang ergeben sich ebenfalls aus Abschnitt 1.3.

Als Mindestumfang sollten die Mitarbeiter Grundlagen des Gefahrgutrechts kennen, so dass sie selbstständig beurteilen können, ob es sich um ein zugelassenes Behältnis mit entsprechender Bezettelung handelt. Ebenso ist zu beurteilen, ob es sich um eine geeignete Ladungssicherung handelt.

Dialognummer: 16364
Stand: 07.06.2012

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