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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Lagerung von Gefahrstoffen > Lagerung von Gefahrstoffen
Stichworte: Wie sind Schwefelsäure und Natriumhypochlorit zu lagern?

Frage:

Ein Betrieb im Gesundheitswesen unterhält ein eigenes Bewegungsbad, dort werden zur Wasseraufbereitung Schwefelsäure in wässriger Lösung und wässrige Lösung auf Basis von Natriumhypochlorit eingesetzt. Chlorgas kann nur entstehen, so die Firma, wenn beides gemischt wird, die Stoffe stehen in Kanistern, in eigenen Wannen in einem Raum. Benötigt man ein Chlorgaswarngerät, oder gibt es andere Sicherungsmöglichkeiten, die erfüllt werden müssen?

Antwort :

In der BGR/GUV-R 108 Betrieb von Bädern wird darauf hingewiesen, dass in unmittelbarer Nähe von Natriumhypochlorit keine Stoffe oder Zubereitungen gelagert werden dürfen, die mit den Chlorungschemikalien gefährlich reagieren können. 
Stoffe und Zubereitungen, die mit Natriumhypochloritlösung oder mit Calciumhypochlorit gefährlich reagieren können, sind Säuren und saure Salze, Ammoniak, und Ammoniumverbindungen und Amine sowie Trichlorisocyanursäure und deren Salze.
Calciumhypochlorit reagiert zusätzlich gefährlich mit brennbaren Stoffen.
Stoffe und Zubereitungen, die mit Natriumchloritlösung gefährlich reagieren können, sind Säuren und saure Salze sowie brennbare Stoffe z. B. Fette, Öle. Beim Kontakt von Trichlorisocyanursäure und Natriumdichlorisocyanurat-Dihydrat mit Säuren entsteht giftiges Chlorgas, mit Natrium- oder Calciumhypochlorit explosives Stickstofftrichlorid.

Bei Lagermengen über 200 kg gelten zusätzlich die Anforderungen der TRGS 515 „Lagern brandfördernder Stoffe in Verpackungen und ortsbeweglichen Behältern“ (Stoffe der Gruppe 3: Calciumhypochlorit, Trichlorisocyanursäure).

In Lagerräumen und Lagerbereichen muss das Beseitigen von Gefahrstoffen so möglich sein, dass keine Gesundheitsgefährdung auftritt.
Die baulichen Anforderungen, die für ein sicheres Beseitigen der Chlorungschemikalien notwendig sind, sind dabei jeweils nach den konkret verwendeten Stoffen und Zubereitungen auszurichten.
(Ziffer 4.4.6.6.2 BGR/GUV-R 108).

Ähnliche Anforderungen hat auch die alte Unfallverhütungsvorschrift "Chlorung von Wasser" BGV D5  zum Inhalt. Dort wird darauf hingewiesen, dass zur Vermeidung von Chlorgasbildung Natriumhypochlorit nicht mit Säure oder sauer reagierenden Chemikalien in Berührung kommen darf.
Weiter wird ausgeführt, dass Natriumhypochlorit mit Säure oder sauer reagierenden Chemikalien nur dann in demselben Raum gelagert bzw. aufgestellt werden darf, wenn entweder Natriumhypochlorit oder Säure bzw. sauer reagierende Chemikalien in bruchsicheren Gefäßen aufbewahrt sind.  (§ 17 BGV D5 )
Ein Chlorgaswarngerät wird nicht generell gefordert, sondern in besonderen Fällen z.B. bei baulich ungünstiger Lage von Chlorgasräumen. Näheres ist der Durchführungsanweisung zu § 5 BGV D5 zu entnehmen.

Demzufolge erscheint eine Lagerung in einem gemeinsamen Raum aber mit getrennten Auffangwannen grundsätzlich insbesondere dann möglich, wenn
- es sich um geeignete Lagerbehälter (faserverstärkte Fässer aus Polyethylen oder Polyvinylchlorid, siehe 4.4.4 BGR/GUV-R 108) handelt,
- die Lagerung in separaten Auffangwannen erfolgt,
- die jeweiligen Lagermengen 200 kg nicht überschreiten (Pkt 7.1 Abs. 6 TRGS 510) und
- die in der BGR/GUV-R 108 genannten Schutzmaßnahmen getroffen sind.

Eine Entscheidung ist stets auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung (§ 6 GefStoffV) zu treffen. In Zweifelsfällen sollte der Fachausschuss "Gas und Wasser" bzw. die Fachgruppe "Bildungswesen" -> Bäder kontaktiert werden.
Adressen:
www.dguv.de/inhalt/praevention/fachaus_fachgruppen/gas_wasser/Scope_GW.pdf
www.dguv.de/inhalt/praevention/fachaus_fachgruppen/01_documents/fa_fg_sige.pdf


Dialognummer: 16262
Stand: 23.05.2012

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