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Nutzerpfad: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Persönliche Schutzmaßnahmen (6.)
Stichworte: Welche Anforderungen werden an die Handschuhe bei der Aufbereitung von flexiblen Endoskopen und endoskopischen Zusatzinstrumenten gestellt?

Frage:

In der RKI-Empfehlung "Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung flexibler Endoskope und endoskopischen Zusatzinstrumentariums" wird von „schnittfesten Handschuhen“ gesprochen.

Vertreter der Aufsichtsbehörden fordern die Verwendung von "normalen" Haushalts-Reinigungshandschuhen. Für die Aufbereitung von filigrane Zusatzinstrumentarium, z.B. Biopsiezange mit Dorn, sind diese allerdings ungeeignet.

Ist nicht auch die Qualifikation des Personals mit zu berücksichtigen?
Mit der Aufbereitung betrautes Personal hat Sachkenntnis nachzuweisen, ebenso werden Einweisungen der Instrumentenhersteller vorausgesetzt.
Gefährdungsbeurteilungen gemäß BioStoffV liegen vor, ebenso Betriebsanweisungen für Stich-/Schnittverletzungen.
Das Personal wird jährlich unterwiesen.

Antwort :

Die RKI-Empfehlung "Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung flexibler Endoskope und endoskopischen Zusatzinstrumentariums" [pdf] empfiehlt in Abschnitt 3.7 die Verwendung von schnittfesten Handschuhen speziell bei der Bürstenreinigung von aufzubereitenden Biopsiezangen, dabei „muss gründlich und sehr sorgsam vorgegangen werden um Verletzungen und Infektionen (z.B. Hepatitis C) zu vermeiden. Aus Gründen des Personalschutzes wird empfohlen hierbei schnittfeste Handschuhe zu tragen“. Allgemein fordert die Empfehlung in Anhang 4 die Verwendung von „schnittfesten Handschuhen“ bei der Aufbereitung von Endoskopen zum Schutz vor Kontamination (Abschnitt 2) und zur Reduzierung der Aldehydbelastung (Abschnitt 5). Gleichlautende Empfehlungen geben verschiedene Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) für die Durchführung endoskopischer Untersuchungen [pdf] (Abschnitt VII Teil 2).

Die Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 250 "Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege" (
www.baua.de/TRBA/) ordnet die Reinigung gebrauchter Endoskope der Schutzstufe 2 zu (Nr. 7.5.1) es sei denn, beim Patienten sind Erkrankungen durch Erreger der Risikogruppe 3 bekannt. In der Schutzstufe 2 werden zum Desinfizieren und Reinigen benutzter Instrumente feste, flüssigkeitsdichte, allergenarme Handschuhe, ggf. mit verlängertem Schaft gefordert (Nr. 4.2.5). Die manuelle Reinigung von Biopsiezangen, vor allem solche mit Dornen, hat sorgfältig und umsichtig zu erfolgen, um Verletzungen zu vermeiden (Nr. 7.5.5), schnittfeste Handschuhe werden nicht explizit gefordert. Die TRBA 250 verweist jedoch unter Nr.7.1.4 auf die RKI-Empfehlung.

Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg weist in einer Information zur
Hygiene in der Endoskopie [pdf] darauf hin, dass es bislang kaum geeignete Handschuhe mit optimaler Stichfestigkeit und gleichzeitig erhaltenem Tastgefühl gibt. Da die meist kevlarhaltigen, kanülenstichsicheren Handschuhe mit Level 4 bis 5 nach DIN EN 388 für Feinarbeiten als zu dick gelten, werde auf haushaltsübliche Gummihandschuhe zurückgegriffen. Diese stellen demnach bereits einen Kompromiss zwischen Sicherheit und Handhabung dar und dieses Schutzniveau sollte nicht unterschritten werden. Auch doppelt getragene chirurgische Handschuhe bieten keinen absoluten Schnitt- und Stichschutz. Auf die Möglichkeit der Verwendung von Einmal-Zubehör zur Endoskopie wird hingewiesen.

Die Auswahl persönlicher Schutzausrüstung wie der Handschuhe kann nicht mit der Qualifikation des Personals als eigenständiger Anforderung gemäß Medizinprodukte-Betreiber-Verordnung und der RKI-Empfehlung sowie mit der Erfüllung der Vorschriften der Biostoffverordnung „verrechnet“ werden.

Arbeitsschutzvorschriften sowie weitere Rechtsvorschriften können Sie unter
www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/rechtsvorschriften/index.php (--> Rechtsvorschriften Arbeitsschutz) oder http://www.gesetze-im-internet.de/index.html aufrufen.


Dialognummer: 16261
Stand: 23.05.2012

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