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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Lagerung von Gefahrstoffen > Lagerung von Gefahrstoffen
Stichworte: Gibt es Ausnahmen vom Zusammenlagerungsverbot für Peroxide?

Frage:

Zusammenlagerung von Gütern der Lagerklasse 5.1B und 5.2:
Im Unternehmen werden Verkaufsprodukte der Lagerklasse 5.1B in einem separaten Lagerabschnitt gelagert. Diese Produkte, die als Desinfektions- bzw. Bleichmittel eingesetzt werden, enthalten als Gefahrenauslöser Wasserstoffperoxid (bis 35 %).

Gemäß der TRGS 515 konnten diese Produkte mit "Gleichgewichts-Peroxyessigsäure (bis 17%)" zusammengelagert werden. Diese Gleichgewichts-Peroxyessigsäure ist der Lagerklasse 5.2 ("Peroxide") zugeordnet.

Die nun zu berücksichtigende TRGS 510 sieht diese Erleichterung nicht vor, es besteht hier ein generelles Zusammenlagerungsverbot der Lagerklassen 5.1B mit Lagerklasse 5.2.

Es stellt sich daher die Frage, ob von diesem Zusammenlagerungsverbot abgewichen werden darf?

Können im Rahmen einer Gefährdungsabschätzung hierzu noch die Erkenntnisse der TRGS 515 herangezogen werden?
Auch ist durch die Zusammenlagerung in einem hierzu nur für diese Lagerklassen vorgesehenen Lagerbereich gewährleistet, dass jedem Mitarbeiter das Gefahrenpotential beider Lagergruppen bewusst ist.

Darüber hinaus verweist die BGV B4 "Organische Peroxide" bei der Anwendung von Zusammenlagerungsverboten weiterhin auf die TRGS 515.

Konkret stellt sich daher die Frage, ob unter diesen Bedingungen auch zukünftig die Zusammenlagerung der Klassen 5.1B und 5.2 möglich ist.

Antwort :

Die Technische Regel für Gefahrstoffe - TRGS 510 (www.baua.de/TRGS/) konkretisiert im Rahmen ihres Anwendungsbereichs die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung in Bezug auf die Lagerung von Gefahrstoffen. Bei Einhaltung der TRGS kann der Arbeitgeber insoweit davon ausgehen, dass die entsprechenden Anforderungen der Verordnung erfüllt sind.

Nach der TRGS 510 besteht ein generelles Zusammenlagerungsverbot der Lagerklassen 5.1B und 5.2. Von den Regelungen der Zusammenlagerungstabelle kann im Einzelfall aufgrund geeigneter Brandschutzkonzepte und /oder der Ergebnisse von Gefährdungsbeurteilungen abgewichen werden (siehe Nr. 7.1 Abs. 9 der TRGS 510).

Die Unfallverhütungsvorschrift BGV B4 "Organische Peroxide" (bisherige UVV 44/VBG 58) ist vor der TRGS 510 erschienen und kann deshalb noch keinen Verweis auf diese neue technsiche Regel nehmen. Ob eine Überarbeitung der BGV B4 durchgeführt wird oder ob diese UVV zurückgezogen wird, ist uns nicht bekannt. Hierzu kann Ihr zuständiger Unfallversicherungsträger Auskunft geben.

Dialognummer: 15783
Stand: 13.03.2012

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