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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch bestimmte Stoffe / Zubereitungen
Stichworte: Welche Anforderungen gelten beim Umgang mit wassermischbaren Kühlschmierstoffen?

Frage:

Wir setzen wassermischbare Kühlschmierstoffe in den üblichen Konzentrationen ein, je nach Tätigkeit 5 - 10 %ig in Wasser. Der Rohstoff ist kein Gefahrstoff, erst recht nicht, wenn er zu 95 % mit Wasser verdünnt wird. Auch können - meiner Meinung nach - im schwach alkalischen Bereich aus den Nitriten keine Nitrosamine entstehen.

Was muss der Unternehmer trotzdem gesetzerlichseits prüfen? Woraus ergibt sich das, wenn kein Nitrosamin entstehen kann?
Darf ein angelernter Mitarbeiter diese Prüfungen vornehmen oder benötigt er dazu eine zertifizierte Befähigung?

Antwort :

"Ein Kühlschmierstoff - KSS setzt sich meist aus fünf bis zu dreißig Komponenten (Grundöle und eigenschaftsverbessernde Additive) zusammen. Davon weisen einige ein hohes Umweltgefährdungspotenzial auf (z.B. Biozide, Chlorparaffine, sekundäre Amine). Zusätzlich gelangen durch den Bearbeitungsprozess und über Fremdeinträge (Werkstücke, Luft, Mitarbeiter) Schadstoffe in die im Kreislauf geführten KSS und führen insbesondere bei wassergemischten Systemen zu zusätzlichen Belastungen (z.B. Verkeimung)." (www.umweltschutz-bw.de/?lvl=1075)
KSS stehen in Verdacht ein krebserzeugendes Potential zu besitzen. Nitrosamine, polycyclische Aromaten, Beryllium und Chrom(VI)-Verbindungen können enthalten sein oder eingetragen werden. (
www.bghm.de/arbeitsschutz/fachausschuesse/fachausschuss-mfs/sachgebiete/kuehlschmierstoff.html )


Beim Umgang mit Kühlschmierstoffen zu beachtende Anforderungen werden in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe - TRGS 611 "Verwendungsbeschränkungen für wassermischbare bzw. wassergemischte Kühlschmierstoffe, bei deren Einsatz N-Nitrosamine auftreten können", und der TRGS 552 "N-Nitrosamine" (
www.baua.de/TRGS) aufgeführt. Eine guten Überblick über alle Aspekte beim Einsatz von KSS liefert die aktuelle Regel BGR/GUV-R 143 "Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen" (http://publikationen.dguv.de/).


Gemäß Kapitel 7.1 der BGR 143 hat der "Unternehmer für die Prüfung des Neuansatzes wassergemischter Kühlschmierstoffe
und für die nachfolgenden regelmäßigen Prüfungen einen Prüfplan aufzustellen. Er hat dafür zu sorgen, dass der Prüfplan für einen Soll-Ist-Wert-Vergleich mindestens folgende Angaben enthält:
1. wahrnehmbare Veränderungen des Kühlschmierstoffes,
2. pH-Wert,
3. Gebrauchskonzentration,
4. Nitritgehalt des wassergemischten Kühlschmierstoffes,
5. Nitratgehalt/Nitritgehalt des Ansetzwassers."
"Es besteht keine Verpflichtung zur mikrobiologischen Überwachung des wassergemischten Kühlschmierstoffes." Siehe dazu auch die BG-Information "Keimbelastung wassergemischter Kühlschmierstoffe" (BGI 762).

"Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass wassergemischte Kühlschmierstoffe entsprechend dem Prüfplan geprüft und entsprechend den festgestellten Prüfergebnissen die notwendigen Maßnahmen durchgeführt werden. Diese Aufgaben müssen
von fachkundigen Personen durchgeführt werden.
Die theoretischen Grundlagen einer Fachkunde können z.B. durch den Besuch von Lehrgängen bei geeigneten Organisationen erworben werden. Das Wissen ist auf dem aktuellen Stand zu halten. Fachkundig können der Unternehmer selbst, Betriebsange-hörige oder Betriebsfremde sein. Die Fachkunde kann, muss aber nicht in einer Person vereint sein
."
Auf die Begriffsbestimmung in § 2 Abs. 12 der Gefahrstoffverordnung weisen wir hin.

Umfangreiche Informationen zu der Thematik KSS mit weiterführenden Links sind z.B. auch unter 
http://www.bghm.de/arbeitsschutz/fachausschuesse/fachausschuss-mfs/sachgebiete/kuehlschmierstoff.html und www.umweltschutz-bw.de/?lvl=1075 erhältlich.


Dialognummer: 15430
Stand: 31.01.2012

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