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Nutzerpfad: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (6.)
Stichworte: Welche Anforderungen gelten für das innerbetriebliche Sammeln von Bioabfall?

Frage:

Innerbetriebliche Sammlung von Bioabfall.
Gibt es rechtliche Vorgaben über die Sammelgefäße (z. B. mit/ohne Deckel, bestimmte Werkstoffe usw.) und gibt es rechtliche Anforderungen an die Personen, die die innerbetriebliche Sammlung und Entleerung der Bioabfallbehälter durchführen?


Antwort :

Die Bewertung der Gefährdungen und das Festlegen erforderlicher Maßnahmen beim Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen ist generell auf der Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung gemäß den Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe - TRBA 400 "Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen" www.baua.de/trba vorzunehmen.
Grundanforderungen der allgemeinen Hygiene beim Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen sind der TRBA 500 "Allgemeine Hygienemaßnahmen: Mindestanforderungen" zu entnehmen. Je nach Umfang der im Betrieb anfallenden Bioabfälle kann es auch sinnvoll sein, die TRBA 213 "Abfallsammlung: Schutzmaßnahmen" als Erkenntnisquelle bei der Bewertung von Gefährdungen und beim Festlegen erforderlicher Maßnahmen heranzuziehen.
 
Z.B. wird unter Ziffer 5.4.2 Abs. 6 der TRBA 213 ausgeführt, dass Abfallbehälter nur mit geschlossenem Deckel der Schüttung zugeführt werden dürfen. Das Öffnen und Schließen des Deckels führt zu einer erhöhten Freisetzung von Bioaerosolen. In Abfallbehälter darf nicht hineingegriffen werden; ein Nachdrücken des Sammelgutes mit der Hand ist nicht zulässig.

Die TRBA 500 fordert u.a. unter Ziffer 5.3, dass Abfälle mit biologischen Arbeitsstoffen  in geeigneten Behältnissen zu sammeln sind. Unter Berücksichtigung der Ausführungen in der TRBA 213 Ziffer 5.4.2 Abs. 6 sind zur Belastungsminimierung durch Bioaerosole im Betrieb grundsätzlich Abfallbehälter mit Deckel zu verwenden.

Eine Betriebsanweisung ist in einer für die Beschäftigten verständlichen Form und Sprache abzufassen und an geeigneter Stelle in der Arbeitsstätte bekanntzumachen und zur Einsichtnahme auszulegen oder auszuhängen. (§ 12 Abs. 1 Biostoffverordnung www.gesetze-im-internet.de/biostoffv/__12.html )
Die Beschäftigten sind entsprechend Ziffer 5.1 Abs. 2 TRBA 500 in einer für die Beschäftigten verständlichen Form und Sprache zu unterweisen.

Auf die BGI/GUV-I 853 "Betriebsanweisungen nach der Biostoffverordnung" http://publikationen.dguv.de/ weisen wir hin.

Hinweis:
Bestimmte Betriebe müssen nach den abfallrechtlichen Vorschriften einen Betriebsbeauftragten für Abfall bestellen. Ob eine solche Bestellungspflicht auf Ihren Betrieb zutrifft, sollten Sie ggf. im direkten Kontakt mit der kommunalen Abfallentsorgungsbehörde klären. Auf die diesbezüglich Informationen in der Broschüre "Abfallentsorgung, Informationen zur sicheren Entsorgung von Abfällen im Gesundheitsdienst" www.bgw-online.de/internet/generator/Inhalt/OnlineInhalt/Medientypen/bgw_20themen/EP-AE__Abfallentsorgung,property=pdfDownload.pdf weisen wir hin.


Dialognummer: 15399
Stand: 25.01.2012

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