Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Sichere Benutzung der Arbeitsmittel
Stichworte: Ist die Nutzung eines Korbes in Verbindung mit einem Brückenkran zulässig?

Frage:

Wir müssen eine innere Sichtprüfung an einer vertikal montierten Ofenanlage durchführen. Hierzu wollen wir mit einem zugelassenen Personenbeförderungskorb von oben in den Ofen einfahren. Der Korb soll an einem Hallen-Brückenkran (Funkfernbedienung) eingehangen werden. Ist die Nutzung eines Korbes in Verbindung mit einem Brückenkran so zulässig? Wenn ja, gibt es entsprechende Vorschriften?

Antwort :

Personenaufnahmemittel sind Einrichtungen, die zum Aufnehmen von Personen dienen. Informationen zur Einordnung  von "hochziehbare Personenaufnahmemittel" unter die Maschinenrichtlinie und zu Betriebsvorschriften finden Sie in den Artikeln unter http://www.baua.de/de/Geraete-und-Produktsicherheit/Produktgruppen/Maschinen/FAQ/02/02-01FAQ.html?docId=669482 und http://www.baua.de/de/Geraete-und-Produktsicherheit/Produktgruppen/Maschinen/FAQ/03/03-16FAQ.html?docId=1303214.

Auf die Stellungnahme der Europäischen Kommisssion zu auswechselbaren Ausrüstungen an Hebemaschinen weisen wir hin (-> http://www.baua.de/de/Geraete-und-Produktsicherheit/Produktgruppen/Maschinen/FAQ/03/03-12FAQ.html?docId=1303214)

Die Norm DIN EN 1808 "Sicherheitsanforderungen an hängende Personenaufnahmemittel - Berechnung, Standsicherheit, Bau - Prüfungen" konkretisiert die einschlägigen Anforderungen von Anhang I der EG-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG
Die vorliegende Norm macht Angaben über die Sicherheitsanforderungen für hängende Personenaufnahmemittel (SAE). Sie ist anwendbar auf dauerhaft und vorübergehend errichtete Anlagen, die kraft- oder handbetrieben sein können. Die vorliegende Europäische Norm beschäftigt sich mit den Gefahren, die für ein SAE von Bedeutung sind, wenn dieses bestimmungsgemäß und unter den vom Hersteller vorgesehenen Bedingungen benutzt wird. Diese Europäische Norm beschreibt geeignete technische Maßnahmen, mit denen die sich aus den Gefahren ergebenden Risiken ausgeschaltet oder herabgesetzt werden können.

Bei der Gefährdungsbeurteilung in diesem Zusammenhang sind neben der Norm u. a. folgende Vorschriften und Regeln zu berücksichtigen:

a) Nr. 3.2.4 Anhang 1 der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
b) Nr. 4.1.1,  2. und 3. Spiegelstrich Anhang 2 der BetrSichV
c) Unfallverhütungsvorschrift "Krane" (BGV D 6)
d) Berufsgenossenschaftliche Regel "Hochziehbare Personenaufnahmemittel" (BGR 159)

Zu c):
In § 36 Absätze 4 bis 6 der BGV D 6 ist etwas zum Personentransport mit Kranen gesagt:
(4) Das Befördern von Personen mit Personenaufnahmemitteln und das Arbeiten von diesen Personenaufnahmemitteln aus ist gestattet, wenn der Unternehmer "geeignete Sicherheitsmaßnahmen" trifft, sowie einen geeigneten Kran benutzt (Getriebe ohne Leerlaufstellung) und das beabsichtigte Vorhaben der Berufsgenossenschaft mindestens zwei Wochen vor der geplanten Beförderung schriftlich mitteilt. Der Unternehmer hat die mitgeteilten sicherheitstechnischen Maßnahmen durchzuführen.
(5) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Krane mit Hubwerken, deren Getriebe über eine Leerlaufstellung verfügen oder bei denen die Last im freien Fall abgelassen werden kann, nicht für Arbeiten nach Absatz 4 verwendet werden.
(6) Kranführer dürfen Arbeiten nach Absatz 4 nicht mit Kranen ausführen, die mit Hubwerken ausgerüstet sind, deren Getriebe über eine Leerlaufstellung verfügen oder bei denen die Last im freien Fall abgelassen werden kann.

zu d) Geeignete Sicherheitsmaßnahmen sind die in der BG-Regel "Hochziehbare Personenaufnahmemittel" (BGR 159) genannten Bestimmungen. Auf die besonderen Bestimmungen zur Prüfung des Arbeitssystems entsprechend den Vorgaben der BGR 159 weisen wir hin.

Ob diese Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt und die Eignung des Kranes gegeben ist, kann von hier nicht beurteilt werden. Da eine Anzeige an ihren zuständigen Unfallversicherungsträger erforderlich ist, sollten die konkreten Anforderungen auch dort geklärt werden.

Dialognummer: 15278
Stand: 05.01.2012

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.