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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Technische Schutzmaßnahmen (5.)
Stichworte: Ist eine Isocyanat-Absaugung gesetzlich vorgeschrieben?

Frage:

Ist es bei uns im Betrieb die Komplettinstallation einer Isocyanat-Absaugung gesetzlich vorgeschrieben?

Antwort :

In arbeitsschutzrechtlichen Gesetzen oder Verordnungen werden keine Absaugungen für einzelne Stoffe oder Stoffgruppen gefordert, sondern in der Regel Schutzziele und sich daraus ergebende Maßnahmen formuliert. Für Isocyanate gibt es daher keine gesetzliche Vorschrift, die speziell hierfür eine Absaugung fordert.

Regelungen bezüglich der vom Arbeitgeber zu treffenden Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen sind in der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)  getroffen:
Danach ist der Arbeitgeber verpflichtet, auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung (§ 6 "Informationsermittlung und Gefährdungsbeurteilung" der GefStoffV) mögliche Gefährdungen zu ermitteln und nötige Maßnahmen festzulegen. Die Gefährdungsbeurteilung darf nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden. Verfügt der Arbeitgeber nicht selbst über die entsprechenden Kenntnisse, so hat er sich fachkundig beraten zu lassen. Fachkundig können insbesondere die Fachkraft für Arbeitssicherheit und die Betriebsärztin oder der Betriebsarzt sein.

Bei den zu treffenden Maßnahmen hat der Arbeitgeber eine Rangfolge der Schutzmaßnahmen zu beachten: "Ist die Anwendung eines geschlossenen Systems technisch nicht möglich, so hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass die Exposition der Beschäftigten nach dem Stand der Technik und unter Beachtung der Rangfolge der Schutzmaßnahmen so weit wie möglich verringert wird." (§ 9 "Zusätzliche Schutzmaßnahmen" Absatz 2 Satz 2 GefStoffV).

In die Gefährdungsbeurteilung sind die Informationen
- der TRGS 400 "Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen" einzubeziehen und sollten die Internetportale
-
www.gefahrstoffe-im-griff.de
-
www.gefaehrdungsbeurteilung.de

berücksichtigt werden. Eine Unterrichtung und Unterweisung der Beschäftigten hat der Arbeitgeber entsprechend § 14 "Unterrichtung und Unterweisung der Beschäftigten" der GefStoffV vorzunehmen.

Ein geeignetes Gremium, Themen des Arbeitsschutzes betriebsspezifisch zu erörtern, ist der Arbeitsschutzausschuss. Im Arbeitsschutzausschuss sind gemäß § 11 "Arbeitsschutzausschuß" des Arbeitssicherheitsgesetzes (ASiG) Arbeitgeber, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsarzt, Sicherheitsbeauftragte und der Betriebs- bzw. Personalrat vertreten.
Es besteht die Möglichkeit, den Mitgliedern des Arbeitsschutzausschusses die Problematik zu schildern und sie aufzufordern, diese im Arbeitsschutzausschuss zu erörtern und das Ergebnis nachzufragen.


Dialognummer: 15215
Stand: 23.12.2011

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