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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (5.)
Stichworte: Müssen Labore in öffentlichen Apotheken generell der TRGS 526 entsprechen?

Frage:

Müssen Labore in öffentlichen Apotheken generell der TRGS 526 völlig entsprechen? Hier ist insbesondere eine Notdusche am Ausgang gefordert. In der TRGS 525 "für Apotheken" fehlt diese Forderung, somit ist derzeit das Labor/Rezeptur mit einer Augendusche versehen. Durch die angewendeten Kleinmengen und die Nutzung des Laborabzuges mit Schieber sehen wir derzeit auch keine Notwendigkeit einer Notdusche.

Antwort :

Die TRGS 526 "Laboratorien" findet Anwendung auf Laboratorien, in denen nach chemischen, physikalischen oder physikalisch-chemischen Methoden präparativ, analytisch oder anwendungstechnisch mit Gefahrstoffen gearbeitet wird. Werden solche Arbeiten mit Gefahrstoffen in Laboren von Apotheken durchgeführt, ist die TRGS 526 anzuwenden. Nach Abschnitt 6.6.1 "Körpernotduschen" gilt:

"In Laboratorien müssen mit Wasser – möglichst von Trinkwasserqualität – gespeiste Körpernotduschen am Ausgang installiert sein. Sie sollen alle Körperzonen sofort mit ausreichenden Wassermengen überfluten können. Hierfür sind mindestens 30 l Wasser pro Minute erforderlich. Der Standort von Körpernotduschen muss durch das Rettungszeichen „Notdusche“ gekennzeichnet sein. Der Zugang ist ständig freizuhalten."
Abschnitt 2 der TRGS 526 erläutert dazu: "In Abhängigkeit der Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilungen müssen insbesondere im Labor stets nur diejenigen Maßnahmen getroffen werden, die zur Beherrschung oder Beseitigung der ermittelten Gefährdungen erforderlich sind. Dabei haben gemäß der Rangfolge der Schutzmaßnahmen die technischen Maßnahmen Vorrang vor den organisatorischen sowie den persönlichen Schutzmaßnahmen. In Laboratorien kann aufgrund der häufig manuellen und wechselnden Tätigkeiten auf persönliche und organisatorische Schutzmaßnahmen (insbesondere Schutzbrille, Labormantel, Schutzhandschuhe) nicht verzichtet werden."

Welche Maßnahmen im Einzelfall erforderlich sind, muss vom Arbeitgeber mit Unterstützung der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung ermittelt und festgelegt werden.

Für Gefährdungen, die aus Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen im Labor erwachsen, ist die Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe
TRBA 100 "Schutzmaßnahmen für gezielte und nicht gezielte Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Laboratorien" zusätzlich zu beachten. Die TRGS 525 "Umgang mit Gefahrstoffen in Einrichtungen zur humanmedizinischen Versorgung" gilt ergänzend zur angesprochenen TRGS 526.

Auf die Broschüre Gefährdungsbeurteilung in Apotheken - TP-5GB der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) weisen wir hin. 

Links:
-Arbeitsschutzvorschriften
-Weitere Arbeitsschutzvorschriften
-Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS)


Dialognummer: 15089
Stand: 06.12.2011

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