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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Raumgröße, Flächenbedarf
Stichworte: Welche Dimensionierung müssen die Aufstellflächen für Sattelauflieger (ohne Zugmaschine) haben, um ein gefahrloses Arbeiten zu ermöglichen?

Frage:

Welche Dimensionierung müssen die Aufstellflächen für Sattelauflieger (ohne Zugmaschine) haben, um ein gefahrloses Arbeiten zu ermöglichen.
Die Sattelauflieger werden häufig durch ein Zug- oder Umfuhrfahrzeug umgestellt und verfahren. Bei einer derzeitigen Parktasche von 15 x 3,50 m (Länge Sattelauflieger 13,60 m) für den Sattelauflieger ragt das rangierende Fahrzeug 3 m in die Fahrbahn (Breite 2 x 3,50 m, Begegnungsverkehr!)
Zum Andocken muss sowohl der Fahrer des Sattelaufliegers als auch der Fahrer des Umfuhrfahrzeuges das Fahrzeug verlassen, Bremsschläuche und Elektrik verbinden und eine Verkehrstauglichkeitsprüfung durchführen.
Nach meiner Vorstellung gehört das Zugfahrzeug mit zum Arbeitsbereich und die Parktasche ist entsprechend zu dimensionieren. Welche Arbeitsfläche und somit Länge x Breite der Parktasche muss berücksichtigt werden, um ein gefahrloses Arbeiten zu ermöglichen?

Antwort :

Aus dem Arbeitsschutzrecht liefert keine der einschlägigen Vorschriften/Regelungswerke (s.u.) explizite Angaben zum Flächenbedarf oder zu Abmessungen von Rangier- und Abstellflächen für LKW allgemein oder ihrer Anhänger und Sattelauflieger im speziellen. Vordergründig werden die Verkehrswege auf dem Betriebsgelände geregelt.
Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung gem. § 5 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG  und gem. § 3 Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV sind die erforderlichen Maßnahmen für sicheres Verfahren und Rangieren usw. auf dem Betriebsgelände durch den Arbeitgeber ermitteln und umsetzen zu lassen.
Die ArbStättV mit den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Arbeitsstaetten/ASR/ASR.html) führt zunächst das Schutzziel, das sichere, gefahrlose Befahren, aus:
Verkehrswege….und Laderampen müssen so angelegt und bemessen sein, dass sie je nach ihrem Bestimmungszweck leicht und sicher begangen oder befahren werden können und in der Nähe Beschäftigte nicht gefährdet werden. Die Bemessung der Verkehrswege, die dem Personenverkehr, Güterverkehr oder Personen- und Güterverkehr dienen, muss sich nach der Anzahl der möglichen Benutzer und der Art des Betriebes richten. Werden Transportmittel auf Verkehrswegen eingesetzt, muss für Fußgänger ein ausreichender Sicherheitsabstand gewahrt werden. (Ziffer 1.8 des Anhangs zur ArbStättV).
Die zurzeit weiterhin angewendete Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 17/1,2 "Verkehrswege" konkretisiert die Anforderungen der ArbStättV: Gemäß Ziffer 2.4 "Maße" werden Breiten der Verkehrswege für den Fahrverkehr in Abhängigkeit von der Breite des Transportmittels bzw. Ladegutes vorgegeben. Deren Breite (Ladegut bzw. Transportmittel) wird ein Mindestrandzuschlag von 2 x 0,5 m (2 x 0,75 m bei gleichzeitigem Gehverkehr) zugeschlagen. Bei Gegenverkehr muss dieser weiter erhöht werden (Begegnungszuschlag). Die Längen des Transportgutes und die erforderlichen Wenderadien der Fahrzeuge sind ebenfalls zu berücksichtigten.

Unter Berücksichtigung dieser Vorgaben zu Schutzziel und Verkehrswegbreiten sind durch den Arbeitgeber (oder auch Planer) die Rangier-, Arbeits- und Verkehrsflächen auf die eingesetzten Trabsportmittel abzustimmen.
Die ASR 17/1,2 bezieht die relevanten Nummern (2.1 bis 3.2) der DIN 18225 (www.beuth.de) ein, so dass diese im innerbetrieblichen Verkehr auch im Freien gelten.
Die berufsgenossenschaftliche Informationen BGI 582 „Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Transport und Lagerarbeiten“ und BGI 869 „Betriebliches Transportieren und Lagern" stellen weitere Maßnahmen zur sicheren Gestaltung der Verkehrswege, zum sicheren Be- und Entladen oder Kuppeln und Rangieren der Fahrzeuge vor, konkrete Abmessungen für Rangier- und Arbeitsflächen werden aber auch hier nicht vorgegeben:  (http://bibliothek.arbeitssicherheit.de/Search?content=document&docGuid=bgvr-91e037122bbb4927b89550870b124b97 und http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/bgi869.pdf.)

Dialognummer: 15056
Stand: 02.12.2011

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