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Nutzerpfad: Gesundheitsschutz > Arbeitsmedizinische Vorsorge > Untersuchungspflichten
Stichworte: Welche Vorsorgeuntersuchungen sind bei PCB-Sanierungsarbeiten Pflicht?

Frage:

Ist bei PCB-Sanierungsarbeiten eine Vorsorgeuntersuchung gemäß dem Grundsatz G40 erforderlich?.
Oder anders gefragt: Welche Vorsorgeuntersuchungen sind bei PCB-Sanierungsarbeiten Pflicht?
Messwerte Luft, personengetragene Probenahme: 0,0008 mg/m³
Feststoffprobe Primärquellen: 756 mg/kg bis 2457 mg/kg.
Schutzmaßnahmen gem. PCB-Sanierungsrichtlinie NRW, BGR 128.

Antwort :

Polychlorierte Biphenyle (PCB) mit der CAS-Nummer 1336-36-3 gehören zur Gruppe der chlorierten Kohlenwasserstoffe. PCB sind in hohem Maße umweltschädlich, da sie giftig und schwer abbaubar sind. Auf Grund ihrer Resistenz gegen biologischen Abbau und der guten Fettlöslichkeit reichern sie sich in der Nahrungskette an (http://www.umweltschutz-bw.de/index.php?lvl=1275).

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen beim Umgang mit PCB werden weder nach der Verordnung zur arbeitsmedi-zinischen Vorsorge (ArbMedVV) als der zentralen Rechtsvorschrift für den Unternehmer bezüglich der arbeitsmedizinischen Vorsorge beim Umgang mit Gefahrstoffen noch nach der Gefahrstoffverordnung oder der berufsgenossenschaftlichen Vorschrift (BGV) A4 Arbeitsmedizinische Vorsorge rechtsverbindlich (im Sinne von Pflichtuntersuchungen) gefordert.

In der Richtlinie für die Bewertung und Sanierung PCB-belasteter Baustoffe und Bauteile in Gebäuden Nordrhein-Westfalen (PCB-Richtlinie NRW) wird jedoch empfohlen, bei etwaigen arbeitsmedizinischen Untersuchungen nach dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) auf den Umgang mit PCB hinzuweisen, um der Betriebsärztin/dem Betriebsarzt eine individuelle Beurteilung und Beratung zu ermöglichen. Gleiches gilt auch für Wunschuntersuchungen, die der Arbeitgeber den Beschäftigten nach § 11 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) zu ermöglichen hat.

Sofern arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen beim Umgang mit PCB durchgeführt werden, ist gemäß § 6 (Pflichten des Arztes oder der Ärztin) der ArbMedVV Biomonitoring als ein Bestandteil der Vorsorgeuntersuchung anzusehen, da geeignete Werte zur Beurteilung für die polychlorierten Biphenyle zur Verfügung stehen (Referenzwerte des Umweltbundesamtes bzw. biologische Arbeitsstoff-Referenzwerte der Deutschen Forschungsgemeinschaft – BAR-DFG, s.a. Biomonitoring-Auskunftssystem der BAuA
http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/Biomonitoring/Biomonitoring.html).

Gefahrstoffbezogene Biomonitoring Informationen zu PCB erhalten sie unter
http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/Biomonitoring/Gefahrstoffinfo.html?submit=Suche+starten&biomonitoringQuery=PCB&xcas=1336-36-3.

Die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 710 "Biomonitoring" (
www.baua.de/TRGS/) ist zu beachten (Qualitätssicherung). Bei Stoffen, die zur Anreicherung im menschlichen Organismus führen und die (neben der Atmung) auch durch die Haut und über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden, ist das Biomonitoring die einzige Methode zur sicheren Kontrolle der Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen. Insoweit dienen die Meßwerte in der Arbeits- bzw. Umgebungsluft nur als Hinweis auf eine Belastung, ohne dass eine Gefährdung weitergehend beurteilbar wäre.

Eine Stoffmonographie des Umweltbundesamtes zur Information über PCB allgemein findet sich unter:
http://www.umweltdaten.de/gesundheit/monitor/pcbblut.pdf.
 
Auf die Informationen der "Umweltmedizinische Leitlinie Polychlorierte Biphenyle" unter
http://www.dgaum.de/index.php/publikationen/leitlinien/leitlinienumweltmedizin/302-pcb weisen wir hin.

Das Regelwerk der Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft / Unfallkasse) wird unter http://publikationen.dguv.de/ angeboten.
Arbeitsschutzvorschriften sowie weitere Rechtsvorschriften können Sie unter www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/rechtsvorschriften/index.php (--> Rechtsvorschriften Arbeitsschutz) oder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 aufrufen.

Dialognummer: 14976
Stand: 22.11.2011

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