Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Persönliche Schutzmaßnahmen (6.)
Stichworte: Darf Personal in der Pflege künstliche Fingernägel tragen?

Frage:

Ich arbeite in der Pflege und mein Arbeitgeber verlangt neuerdings, dass das Personal sich der künstlichen Fingernägel entledigt. Nach seinen Angaben ist die Händedesinfektion nicht zu 100 % wirksam. Ich habe aber sog. Gelnägel, die m. E. nichts mit künstlichen Nägeln zu tun haben. Und vor ca. einem Jahr, haben wir an der Aktion "saubere Hände" teilgenommen und meine Hände waren zum damaligen Zeitpunkt absolut korrekt desinfiziert (Nachweis erfolgte unter einer UV-Lampe). Können Sie mir mitteilen, ob es neue Verordnungen zu diesem Thema gibt?

Antwort :

Bei Tätigkeiten, die eine hygienische Händedesinfektion erfordern und bei Feuchtarbeiten bestehen Probleme mit künstlichen, gegelten oder lackierten Fingernägeln; Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) führt in den "BGW-Mitteilungen, Heft 1-2010" aus:

"In vielen Pflegeeinrichtungen werden die Diskussionen schon lange geführt: Kann mit Nagelverzierungen gepflegt werden oder müssen die Fingernägel ganz schmucklos bleiben? Das Robert Koch-Institut empfiehlt bereits seit 2007, grundsätzlich keine künstlichen Fingernägel zu tragen. Studien haben ergeben, dass vermutlich durch undichte Ränder und kleine Feuchtigkeitskammern unter den Nägeln die Übertragung von Infektionen begünstigt wird.

Ähnlich stellt sich die Situation bei lackierten Nägeln dar: Wer farbigen Lack verwendet, übersieht womöglich Verschmutzungen – und schon nach kurzer Zeit können Risse in der Lackierung die Wirksamkeit der Händedesinfektion gefährden.

Wo immer eine zuverlässige Händehygiene unverzichtbar ist, sollte deshalb besser ganz auf Nagelschmuck verzichtet werden. Damit ist auch sichergestellt, dass nicht aus Rücksicht auf die verzierten Nägel die Desinfektion weniger gründlich ausfällt als eigentlich nötig.

In vielen Branchen sind lange, künstliche Fingernägel aber auch aus einem anderen Grund ungeeignet: Allzu schnell reißen die Handschuhe ein, die bei Feuchtarbeiten – wie beispielsweise dem Haarewaschen im Friseursalon – oder sonstigen Tätigkeiten benötigt werden, bei denen es auf den Schutz der Haut ankommt."

Und in den FAQ zum Thema Beschäftige im Gesundheitsbereich der BGW wird konkretisiert:
"Das Tragen von künstlichen Fingernägeln ist für medizinisches Personal mit infektionsrelevanten Patientenkontakt (zum Beispiel Intensivstation, OP) unzulässig, da es nachweisbar im Bereich künstlicher Fingernägel zu einer stärkeren Kolonisation mit krankmachenden Bakterien und Pilzen kommt als bei natürlichen Nägeln. Auch nach hygienischer Händedesinfektion war die Keimbelastung im Vergleich bei Personen mit künstlichen Fingernägeln deutlich höher. In unterschiedlichen Studien ist festgestellt worden, dass künstliche Fingernägel eine entscheidende Rolle bei der Übertragung von Krankheitserregern beziehungsweise Auslöser von nosokomialen Infektionen sind."

Weitere Informationen zur Anforderungen bei Pflegearbeiten können Sie bei der zuständigen Berufsgenossenschaft erfragen (www.bgw-online.de).


Dialognummer: 14959
Stand: 18.11.2011

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.