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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Einstufung, Kennzeichnung, Sicherheitsdatenblatt > Sicherheitsdatenblatt
Stichworte: In wie weit muss im Sicherheitsdatenblatt die Nachvollziehbarkeit der Einstufung eines Gemisches gewährleistet sein?

Frage:

Im Sicherheitsdatenblatt können die gefährlichen Inhaltsstoffe mit einem Konzentrationsbereich angegeben werden.
In wieweit muss dabei die Nachvollziehbarkeit der Einstufung des Gemisches gewährleistet sein? Muss ein Gemisch die Einstufung erhalten, die es bei Annahme der jeweils höchsten Konzentration der einzelnen Inhaltsstoffe erhalten müsste?

Antwort :

Im Sicherheitsdatenblatt muss nicht die genaue Konzentration des gefährlichen Stoffes genannt werden. Es ist im Gegenteil gängige Praxis aus Gründen des Rezepturschutzes Konzentrationsbereiche anzugeben. Die Konzentrationsbereiche müssen also so gewählt werden, dass diese mit der Einstufung überein stimmt.

Ein einfaches Beispiel: Lösung von Borsäure in Wasser.
Wässrige Lösungen von Borsäure sind ab einem Gehalt von 5,5 % als Repr. cat. 2 einzustufen und mit dem Symbol T und den R-Sätzen R 60-61 zu kennzeichnen. Enthält die Lösung 5 % an Borsäure, muss die Lösung nicht eingestuft und gekennzeichnet werden, im Sicherheitsdatenblatt aber Borsäure als gesundheitsgefährdender Stoff angegeben werden. Damit die Angaben im Sicherheitsdatenblatt korrekt sind, könnten jetzt folgende Konzentrationsbereiche gemacht werden: Borsäure 1-5% oder <5.5%. Eine Angabe von 5-10% würde möglicherweise Nachfragen des Kunden auslösen, wenn dieser das Sicherheitsdatenblatt auf Korrektheit überprüft.

In der Praxis sind in Gemischen mehrere Stoffe enthalten. Die Einstufung des Gemisches erfolgt dann anhand einer Berechnungsformel. Bei der Einstufung als nicht gesundheitsschädlich ist dann für jeden gesundheitsgefährdenden Stoff der Konzentrationsbereich so anzugeben, dass daraus nicht eine andere Einstufung resultiert als angegeben. Hierbei sind neben den allgemeinen Konzentrationsgrenzwerten auch die spezifischen Konzentrationsgrenzwerte für den betreffenden Stoff beachtet werden (entweder nach Anhang I der alten Stoffrichtlinie oder nach dem entsprechenden Anhang der CLP Verordnung).


Dialognummer: 14913
Stand: 11.12.2011

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