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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch Stäube

Frage:

Was ist beim Umgang mit Kohlefasern zu beachten?

Antwort :

Nach Gefahrstoffverordnung - GefStoffV bzw. GHS-Verordnung www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/Einstufung-und-Kennzeichnung/Einstufung-und-Kennzeichnung.html ist die in Kohlefasern enthaltene Kohlenstoffmodifikation Graphit nicht als gefährlicher Stoff einzustufen und daher auch nicht kennzeichnungspflichtig. Weitere Informationen sind auch in der Gestis-Stoffdatenbank www.dguv.de/ifa/de/gestis/stoffdb/index.jsp  finden.

Bezüglich der Gesundheitschädlichkeit von CFK-Werkstoffen (kohlenstoffverstärkte Kunststoffe) können wir folgende Informationen geben:

Kohlenstoff bzw. die Kohlenstoff-Modifikation Graphit stellt selbst keinen gefährlichen Stoff dar.
Die bei einem mechanischen Bearbeitungsvorgang entstehenden Partikel- und Faserstäube können aber gefährliche Eigenschaften haben.
Außerdem müssen bei der Betrachtung des Gefährdungspotentials auch die möglicherweise gefährlichen Eigenschaften der weiteren im Verbund vorkommenden Materialien berücksichtigt werden. Obwohl es bisher keine gesicherten Erkenntnisse für krebserzeugende Eigenschaften von Kohlefasern gibt, sollte sich der konkrete Umgang mit diesen Materialien an den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS www.baua.de/trgs ) orientieren. 
 
 
Bewertung von Partikelstäuben:
Bei der mechanischen Bearbeitung von Kohlefaserverbundwerkstoffen durch z.B. Drehen und Schleifen ist die Freisetzung von Stäuben zu beachten. 
In den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 900) sind allgemeine Staubgrenzwerte für alveolengängige, d.h. bis in die Lungenbläschen gelangende Partikelstäube, das ist A-Staub mit Partikelgrößen unter 10 µm, und für einatembare Partikelstäube, das ist E-Staub mit Partikelgrößen über 10 µm, festgelegt. Damit soll diesen stofflich unspezifischen Wirkungen auf die Atmungsorgane, die alle unlöslichen Stäube zeigen können, vorgebeugt werden. Durch technischen Arbeitsschutz, z.B. durch Erfassung bzw. Absaugen der Stäube am Entstehungsort, ist sicherzustellen, dass der Allgemeine Staubgrenzwert von 3 mg/m³ für alveolengängige Stäube (A-Stäube) nicht überschritten wird. Für einatembare Stäube (E-Stäube) ist ein Grenzwert von 10 mg/m³ einzuhalten.
 
Bewertung von Faserstäuben:
 
Eine Belastung durch Partikelstäube ist grundsätzlich von der Belastung durch Faserstäube zu unterscheiden. Dabei ist vor allem die Größe und räumliche Gestalt der freigesetzten Fasern zu beachten. Nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO; Internet: http://www.who.int/en/ sind insbesondere Fasern mit Längen über 10 µm, Durchmessern kleiner 3 µm und Länge-Durchmesser-Verhältnissen größer als 3:1 (WHO-Fasern) aufgrund ihrer mechanischen Einwirkungen auf das Lungengewebe als kritisch zu bewerten, wie das vor allem beim Asbest bekannt ist.
 
Derzeit gibt es keine gesicherten Erkenntnisse für krebserzeugende Eigenschaften von Kohlenstoff- bzw. Graphitfasern. Beim Umgang mit diesen bisher nicht krebsverdächtigen Fasermaterialien sind daher zunächst die Mindeststandards der Arbeitshygiene der TRGS 500 www.baua.de/trgs zu beachten. 

Beim Umgang mit Partikel- und Faserstäuben steht aus Sicht des Arbeitsschutzes die Staubvermeidung bzw. die Staubreduzierung im Vordergrund. 
Im Betrieb sind grundsätzlich technische Lösungen (Einhausungen, Absaugungen) den organisatorischen und persönlichen Maßnahmen vorzuziehen. Die konkreten Maßnahmen sind vom Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln und festzulegen. Dabei soll er sich von der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt beraten und unterstützen lassen.


Dialognummer: 14597
Stand: 23.09.2011

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