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Nutzerpfad: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Arbeitszeitberatung und -gestaltung > zulässige Arbeitszeitdauer
Stichworte: Ist bei sporadisch anfallenden Veranstaltungen am Abend ein "geteilter Dienst" gegeben?

Frage:

Ein Mitarbeiter des städtischen Museums arbeitet tagsüber mit einer zusammenhängenden Arbeitszeit.

Bei - nicht regelmäßig - vorkommenden Veranstaltungen im Museum arbeitet er zunächst normal in den Vormittagsstunden und erscheint aus Anlass der Veranstaltung am Abend erneut an seinem Arbeitsplatz.

Unsicherheit besteht hinsichtlich folgender Fragen:

1. Ist bei diesen sporadisch anfallenden Veranstaltungen ein "geteilter Dienst" gegeben?
2. Ist die notwendige doppelte Fahrt zur Arbeitsstätte und zurück als Arbeitszeit zu werten?



Antwort :

Arbeitszeitrechtlich ist der Werktag nicht der Kalendertag von 0:00 bis 24:00 Uhr, sondern der 24-stündige Arbeitstag des einzelnen Arbeitnehmers. Der Werktag beginnt für den Arbeitnehmer mit dem Beginn der Arbeit und endet 24 Stunden später. Das Arbeitszeitgesetz - ArbZG geht folglich von einem individuellen Werktag des Arbeitnehmers aus. 

Für die Arbeitszeit, die Ruhepausen und die Ruhezeiten gilt folglich, dass nach Beginn der individuellen Arbeitszeit innerhalb von 24 Stunden jeweils die Arbeitszeit durch die Pausen
(§ 4 ArbZG: 30-45 Minuten) zu unterbrechen ist. Gleiches gilt für die Ruhezeiten (§ 5 ArbZG: 11 Stunden).

Es sind somit auch sogenannte geteilte Dienste möglich, wobei dann vom Arbeitgeber innerhalb eines 24-Stundenzeitraumes und des folgenden 24-Stundenzeitraumes jeweils die v.g. Vorschriften des ArbZG einzuhalten sind.
Bei geteilten Diensten ist das Einhalten der Ruhezeiten besonders relevant.
Arbeitet z.B. der Museumsmitarbeiter abends bis 23.00 Uhr, darf seine Arbeitszeit am folgenden Werktag erst 11 Stunden später, also frühestens um 10.00 Uhr beginnen.

Anzumerken ist, dass im ArbZG der Begriff "geteilte Dienste" nicht verwendet wird. Dieser Begriff kommt in tarifvertraglichen Vereinbarungen oder Betriebsvereinbarungen  zur Anwendung, in denen zu geteilten Dienste über die Bestimmungen des ArbZG hinausgehende Regelungen getroffen werden können.

Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsort sind bis auf wenige Ausnahmen (z.B. bei Außendienstmitarbeitern) grundsätzlich keine Arbeitszeit im Sinne des  Arbeitszeitgesetzes. Auch dazu können im Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung gesonderte Regelungen getroffen werden.

Auf die Informationen zur Arbeitszeit unter
www.arbeitsschutz.nrw.de/Themenfelder/arbeitszeit/index.php weisen wir hin.

Zur arbeitsrechtlichen Klärung sollte eine entsprechende Frage an eine im Arbeitsrecht autorisierte Stelle wie Verband, Gewerkschaft oder Fachanwalt für Arbeitsrecht gerichtet werden.

Dialognummer: 14582
Stand: 21.09.2011

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