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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Ergonomie > Ergonomie von Arbeitsstätten und Arbeitsmitteln
Stichworte: Wer ist für die Anschaffung der Bürostühle für übergewichtige Beschäftigte zuständig?

Frage:

Die in unserem Haus angeschafften Bürostühle sind bis zu einem Gewicht der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von 120 kg ausgelegt. Es gibt Beschäftigte, die schwerer sind. Wer ist für die Anschaffung dieser besonderen Büromöbel zuständig? Kann der (übergewichtige) Mitarbeiter zu einem Teil an den Kosten beteiligt werden und welche Bürostühle sollten angeschafft werden, damit sie dem Gewicht standhalten und ergonomisch geformt sind?

Antwort :

Ein Bürostuhl ist ein Arbeitsmittel im Sinne der Betrsicherheitsverordnung - BetrSichV. Danach darf der Arbeitgeber den Beschäftigten nur Arbeitsmittel bereitstellen, die für die am Arbeitsplatz gegebenen Bedingungen geeignet sind und bei deren bestimmungsgemäßer Benutzung Sicherheit und Gesundheitsschutz gewährleistet sind. Ist es nicht möglich, demgemäß Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten in vollem Umfang zu gewährleisten, hat der Arbeitgeber geeignete Maßnahmen zu treffen, um eine Gefährdung so gering wie möglich zu halten. (§ 4 BetrSichV)

Grundsätzlich ist jedes Arbeitsmittel somit den jeweiligen sicherheitstechnischen und ergonomischen Erfordernissen optimal anzupassen. Da die Anforderungen und die sich daraus ergebenen Maßnahmen sehr unterschiedlich sein können, sollte der Bürostuhl als Arbeitsmittel Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung sein. In der Bildschirmarbeitsverordnung wird dazu unter § 3 Beurteilung der Arbeitsbedingungen ausgeführt:

Bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes hat der Arbeitgeber bei Bildschirmarbeitsplätzen die Sicherheits- und Gesundheitsbedingungen insbesondere hinsichtlich einer möglichen Gefährdung des Sehvermögens sowie körperlicher Probleme und psychischer Belastungen zu ermitteln und zu beurteilen.

In der Gefährdungsbeurteilung muss festgestellt werden, welche Anforderungen auf Grund der Arbeitsbedingungen ein Bürostuhl erfüllen muss. Dabei soll sich der Arbeitgeber von der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt beraten und unterstützen lassen.
In der BGI 650 "Bildschirm und Büroarbeitsplätze." http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/bgi650.pdf wird unter Ziffer 7.3.2 Büroarbeitsstuhl u.a. ausgeführt, dass Büroarbeitsstühle  konstruktiv mindestens auf ein Körpergewicht von 110 kg und eine tägliche Nutzungszeit von acht Stunden ausgelegt sein sollen. Stühle, die von schwereren Personen und/oder länger als acht Stunden/Tag benutzt werden, müssen hierfür geeignet sein. 

Im Handel  werden auch Bürostühle mit einer Tragkraft von 120 kg bis zu 150 kg angeboten.
Kosten für die Beschaffung von Arbeitsmitteln wie Bürostühlen darf ein Arbeitgeber den Beschäftigten nicht auferlegen (§ 3 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz). 

Auf folgende für Bürostühle relevante Normen weisen wir hin ( www.beuth.de ): 
DIN EN 12529 "Räder und Rollen; Möbelrollen; Rollen für Drehstühle; Anforderungen."
DIN EN 1335-2 "Büromöbel; Büro-Arbeitsstuhl; Sicherheitsanforderungen."
DIN EN ISO 9241-5 "Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten; Anforderungen an Arbeitsplatz und Körperhaltung."

Auf die Informationen unter www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Bueroarbeit/Bueroarbeit.html , www.buero-forum.de/de/vorschriften/normen/buerostuehle/#c206 bzw. www.buero-forum.de/de/navigation-left/nutzer-tipps/moebel-test/teil-5-rollen/ weisen wir ebenfalls hin.

Dialognummer: 14369
Stand: 23.08.2011

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