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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Absturzsicherungen, Geländer
Stichworte: Muss an Podesten oder bei Treppenaufgängen am Geländer eine Fußleiste angebracht werden?

Frage:

Auf Podesten oder bei Treppenaufgängen muss es am Geländer doch einen sogenannten "Durchtrittschutz" bzw. Schutz vor herunterfallenden Gegenständen geben, wenn sich Mitarbeiter unterhalb aufhalten können (Leiste vom Boden ca. 5 cm hoch). Jedenfalls ist mir das schon mehrfach zu Ohren gekommen. Gibt es hierfür spezielle Forderungen / Vorschriften?

Antwort :

Für die Ausgestaltung von Treppen, insbesondere für die sichere Begehbarkeit, finden sich Regelungen in den Bauordnungen der Länder, in der Arbeitsstättenverordnung mit den Technischen Regeln für Arbeitsstätten - ASR und in der BGI 561 "Treppen".

Verkehrswege, einschließlich Treppen, fest angebrachte Steigleitern und Laderampen müssen so angelegt und bemessen sein, dass sie je nach ihrem Bestimmungszweck leicht und sicher begangen oder befahren werden können und in der Nähe Beschäftigte nicht gefährdet werden. (Nr. 1.8 Anhang zur Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV ).

Des Weiteren gilt, dass Arbeitsplätze und Verkehrswege, bei denen die Gefahr des Absturzes von Beschäftigten oder des Herabfallens von Gegenständen bestehen oder die an Gefahrenbereiche grenzen, mit Einrichtungen versehen sein müssen, die verhindern, dass Beschäftigte abstürzen oder durch herabfallende Gegenstände verletzt werden oder in Gefahrenbereiche gelangen. (
Nr. 2.1 Anhang zur Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV).

Bezüglich der konkreten Ausführung des Geländers werden in der Arbeitsstättenverordnung keine Festlegungen getroffen. Dazu sind die ASR A2.1 "Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen" sowie  BGI 561 Treppen heranzuziehen.
Darin wird u.a. erläutert, dass Geländer so ausgeführt sein müssen, dass Personen nicht hindurchstürzen können. Grundsätzlich ist das Füllstabgeländer mit senkrecht angebrachten Stäben dem Knieleistengeländer (waagerecht) vorzuziehen. Treppen mit mehr als vier Stufen müssen einen Handlauf haben.

Bezüglich der Notwendigkeit einer Fußleiste wird in der ASR A2.1  unter Abschnitt 5 Ziffer 3 folgendes ausgeführt:
Wenn für die Umwehrung Geländer verwendet werden, müssen diese:
-eine geschlossene Füllung aufweisen,
-mit senkrechten Stäben versehen sein (Füllstabgeländer) oder -aus Handlauf, Knieleiste und Fußleiste bestehen (Knieleistengeländer).

In der BGI 561 wird dazu folgende Information gegeben:

Knieleistengeländer werden häufig an ortsfesten Zugängen zu maschinellen Anlagen eingesetzt und verfügen als Schutz gegen Ab- oder Hindurchstürzen über eine Fußleiste, die Knieleiste und den Handlauf. Die Fußleiste hat eine Höhe von mindestens 10 cm und ist 1 cm über der Stufenvorderkante angebracht. Die Knieleiste befindet sich mittig zwischen Fußleiste und Handlauf, wobei der Abstand zu beiden 50 cm nicht überschreiten sollte.

Ob die Notwendigkeit einer Fußleiste gegeben ist, muss grundsätzlich mittels Gefährdungsbeurteilung ermittelt und bewertet werden. Hierbei soll sich der Arbeitgeber von der Fachkraft für Arbeitssicherheit und vom Betriebsarzt beraten und unterstützen lassen.


Dialognummer: 14348
Stand: 26.05.2014

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