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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Lagerung von Gefahrstoffen > Lagerung von Gefahrstoffen
Stichworte: Bis zu welchen Kleinmengen sind Abweichungen von der Zusammenlagerungsmenge nach TRGS 510 möglich?

Frage:

Gegeben ist ein Chemikalienlager mit ca. 7 Tonnen unterschiedlicher Gefahrstoffe der Lagerklassen, 2 B, 3, 5.1 B, 6.1 A, 6.1 B, 8 A, 8 B und 10-13. Nach alter VCI-Richtline wurde dies als A-Lager bezeichnet und für solche gab es Ausnahmeregelungen für Abweichungen.

Demnach durften z.B. giftige Stoffe (LGK 6.1A/B) bis zu 200 kg hinzugelagert werden, wenn sich die Produkte im Schadensfall nicht gegenseitig beeinflussen. Dies könne z. B. durch einen Sicherheitsabstand von mindestens 3 m erreicht werden. Produkte der Lagerklasse 12 oder 13 dürfen in die Zwischenräume gelagert werden.

In den nun geltenden TRGS 510 sind Abweichungen von den Zusammenlagerungsregeln nur noch zulässig wenn
1. nicht mehr als 400 kg Gefahrstoffe gelagert werden, davon höchstens 200 kg je Lagerklasse,
2. Gefahrstoffe in Mengen bis zu 200 kg in ein Lager für die Lagerklassen 6.1 C, 6.1 D, 8 A, 8 B und 10-13 hinzugelagert werden und keine Gefährdungserhöhung zu befürchten ist.

Ist dies eine Aufzählung von UND-verknüpften Bedingungen?
Bis zu welchen Kleinmengen sind Abweichungen von der Zusammenlagerungsmenge nach TRGS 510 möglich, wenn mehr als 400 kg Gefahrstoffe gelagert werde - darf zu einem 7 Tonnen A-Lager z.B. 3 kg Flusssäure (6.1 B) gelagert werden?

Antwort :

Bei der in der Frage angesprochenen Grundregeln zur Zusammenlagerung der TRGS 510 Ziffer 7.1 Absatz 7 www.baua.de/trgs handelt es sich um UND-verknüpfte Bedingungen. Dieses ergibt sich auch aus dem Kontext der Aufzählung.

Unter den Absätzen (9), (10) und (11) der TRGS 510 Ziffer 7.1 werden Bedingungen genannt, unter denen von den Zusammenlagerungsregeln abgewichen werden darf:

(9) Im Einzelfall kann aufgrund geeigneter Brandschutzkonzepte und/oder der Ergebnisse von Gefährdungsbeurteilungen von den Regelungen der Zusammenlagerungstabelle abgewichen werden.

(10) Ausnahmen von den Zusammenlagerungsregeln sind zulässig bei der Lagerung von Gefahrstoffen in gefahrgutrechtlich zugelassenen Eisenbahnkesselwagen oder Tankcontainern auf abgeschlossenen Werksgeländen, wenn

1.hierdurch keine Gefährdungserhöhung entsteht,
2.die Lagerdauer drei Monate nicht überschreitet,
3.die Transportbehälter in dieser Zeit nicht geöffnet werden und
4.die Transportbehälter regelmäßig, mindestens täglich, auf ordnungsgemäßen Zustand überprüft werden.

(11) Die Zusammenlagerungsverbote gelten nicht, wenn sich verpackte Stoffe unter Beachtung der Vorschriften der Zusammenladung der Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt in geschlossenen Frachtcontainern, z.B. auf Containerplätzen oder -terminals, für die Beförderung befinden und die geschlossenen Frachtcontainer nicht übereinander oder unmittelbar nebeneinander stehen. Diese Forderung ist erfüllt bei einem Mindestabstand von 0,5 Meter in jeder Richtung. 

Wesentliche Grundlage für Lagerkonzepte ist die Gefährdungsbeurteilung. Mit der Gefährdungsbeurteilung wird eine Bewertung der möglichen Gefährdung unter Berücksichtigung der Lagermengen vorgenommen und die erforderlichen Maßnahmen festgelegt. Auf die Vorbemerkung zur TRGS 510 weisen wir insofern hin:
Diese TRGS konkretisiert im Rahmen ihres Anwendungsbereichs Anforderungen der Gefahrstoffverordnung. Bei Einhaltung der Technischen Regeln kann der Arbeitgeber insoweit davon ausgehen, dass die entsprechenden Anforderungen der Verordnung erfüllt sind. Wählt der Arbeitgeber eine andere Lösung, muss er damit mindestens denselben Sicherheits- und Gesundheitsschutz für die Beschäftigten erreichen.

Ist z.B. bezüglich der in der Frage angesprochene Flußsäure Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, dass durch einen brandschutztechnisch ausreichenden Abstand sichergestellt wird, dass die Flußsäure die übrige Lagerung im Schadensfall nicht beeinflusst und die Grundsätze für die Lagerung von Gefahrstoffen erfüllt sind, kann dort gelagert werden.


Dialognummer: 14215
Stand: 28.07.2011

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