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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Raumklima, Lüftung > Raumtemperaturen
Stichworte: Darf im Bereich der Essensausgabe in einer Personalcafeteria die Temperatur 26°C übersteigen?

Frage:

Folgende Situation: In einer Personalcafeteria existiert an einer Stelle eine Essensausgabe. Die Speisen werden durch Wärmelampen warm gehalten, weiterhin existiert dort eine Friteuse. Der Bereich ist zur Cafeteria hin offen. Die Speisen werden für eine bestimmte Zeit (ca. 2 Std.) warm gehalten. Gilt für diesen Bereich auch die 26°C-Regel der ASR oder können dort auch höhere Temperaturen akzeptiert werden, da es kein ständiger Arbeitsplatz ist?

Antwort :

Grundsätzliche Anforderungen an die Raumtemperaturen sind in der Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV und dort speziell unter Ziffer 3.5 des Anhangs festgelegt. Danach muss in Arbeits-, Pausen-, Bereitschafts-, Sanitär-, Kantinen- und Erste-Hilfe-Räumen, in denen aus betriebstechnischer Sicht keine spezifischen Anforderungen an die Raumtemperatur gestellt werden, während der Arbeitszeit unter Berücksichtigung der Arbeitsverfahren, der körperlichen Beanspruchung der Beschäftigten und des spezifischen Nutzungszwecks des Raumes eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur bestehen.

Das bedeutet, dass in der Personalcafeteria, die gemäß Ihren Ausführungen als Pausenraum und Kantinenraum gilt, eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur herrschen muss. Für die Beschäftigten der Kantine (Küchenpersonal) ist die Kantine der Arbeitsraum. Hierfür gilt dann die Begriffsdefinition des Arbeitsplatzes aus § 2 Abs. 2 ArbStättV iVm. LASI-Leitlinie - LV 40 "Leitlinien zur Arbeitsstättenverordnung" Abschnitt C2  (
http://lasi.osha.de/de/gfx/publications/lasi_publications.php) als erfüllt.

Die ASR A 3.5 "Raumtemperatur" (Punkt 4.2) konkretisiert, dass in Pausen-, Bereitschafts-, Sanitär-, Kantinen- und Erste-Hilfe-Räumen während der Nutzungsdauer eine Lufttemperatur von mindestens +21 °C herrschen muss;.... und die Lufttemperatur +26 °C nicht überschreiten soll (www.baua.de/ASR/).

Wir weisen darauf hin, dass beim Betrieb einer Friteuse u.a. eine Abluftanlage zu verwenden ist (Abschnitt 3.2.10 der BGR 111 " Arbeiten in Küchenbetrieb"). "Die beim Frittieren von Lebensmitteln entstehenden Fettdünste sind zur Vermeidung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren mittels einer geeigneten Absaugung unmittelbar über der Entstehungsstelle abzusaugen" (ASI 2.15.1./05 "Fettbackgeräte und Fritteusen).  Auf die Arbeitssicherheitsinformation (ASI) der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten - BGN ASI 8.19/08 "Be- und Entlüftung von gewerblichen Küchen" weisen wir ebenfalls hin (
http://vorschriften.portal.bgn.de/9427?wc_lkm=7208).

Im Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung wird der Arbeitgeber zu dem Schluss kommen, dass sich Belastungen durch technisch bedingte Wärmestrahlung nicht immer ausschließen lassen. Da diese örtlich begrenzt sind und die Expositionszeit klein ist, sind Überschreitungen o.g. Temperaturen betriebstechnisch gegeben. Diese Überschreitungen dürfen aber nicht zur thermischen Dauerbelastung der gesamten Kantine (Pausenraum) führen.

Siehe auch die Informationen unter
http://www.gefaehrdungsbeurteilung.de/de/gefaehrdungsfaktoren/arbeitsumgebungsbedingungen/klima/hitze.

Das Regelwerk der Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft / Unfallkasse) wird unter
http://publikationen.dguv.de/ angeboten.
Arbeitsschutzvorschriften sowie weitere Rechtsvorschriften können Sie unter
www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/rechtsvorschriften/index.php (--> Rechtsvorschriften Arbeitsschutz) oder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 aufrufen.

Dialognummer: 14211
Stand: 28.07.2011

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