Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Besondere Zielgruppen > Leistungsgewandelte Arbeitnehmer/innen, (Schwer-) Behinderung > Leistungsgewandelte Arbeitnehmer/innen, (Schwer-) Behinderung
Stichworte: Was versteht man unter einem Schonarbeitsplatz?

Frage:

Was ist unter einem Schonarbeitsplatz zu verstehen? Gibt es hierzu einen rechtlichen Hintergrund bzw. welche Problematik ergibt sich hieraus für den Versicherten. Welche Rolle spielen hierbei die Durchgangsärzte/Betriebsärzte, die, eingesetzt durch die Berufsgenossenschaften bzw. Unternehmer, die Erhaltung der Gesundheit der Beschäftigten im Auge haben müssten?

Antwort :

Eine Legaldefinition des Begriffs Schonarbeitsplatz ist uns nicht bekannt.

Das heißt, es gibt nach unserer Kenntnis keine diesbezüglichen Regelungen auf gesetzlicher oder Verordnungsebene, die den Begriff näher spezifizieren.

Nach allgemeinem Verständnis sind Schonarbeitsplätze Arbeitplätze, auf denen Beschäftigte mit gesundheitlichen Problemen eingesetzt werden, die aufgrund ihrer Schwierigkeiten nicht mehr in der Lage sind, ihren ursprünglichen oder - insbesondere bei Neueinstellung - irgendeinen Arbeitsplatz auszufüllen, der zum Kern der im jeweiligen Unternehmen geleisteten Arbeit zu rechnen ist.

Was genau darunter fällt, ist von jedem Unternehmen grundsätzlich selbst festzulegen. Dabei muss der Arbeitgeber bei überschlägiger Bewertung regelmäßig den Betriebsrat beteiligen. Es ist somit je nach individueller Situation Aufgabe des Arbeitgebers, den Arbeitsplatz nach den Fähigkeiten des Mitarbeiters zu gestalten - unter Mitwirkung ggfs. des
Integrationsamtes bzw. des örtlichen Integrationsfachdienstes oder anderer Organisationen, die für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben verantwortlich sind (Rentenversicherung, Arbeitsagentur, Krankenkasse, Berufsgenossenschaft). Allgemein siehe: www.integrationsaemter.de.
 

Informationen dazu, welche Rolle hierbei die Durchgangsärzte der Unfallversicherungsträger spielen, liegen uns nicht vor. Eine diesbezügliche Frage sollte direkt an den zuständigen Unfallversicherungsträger gerichtet werden, www.dguv.de/landesverbaende/de/med_reha/d_arzt/index.jsp

Zu den Aufgaben der Betriebsärzte gehört es nicht, Krankmeldungen der Arbeitnehmer auf ihre Berechtigung zu überprüfen
(§ 3 Abs.3 Arbeitssicherheitsgesetz - ASiG)Ob ein Schonarbeitsplatz für einen Arbeitnehmer geeignet ist, darf ein Betriebsarzt daher nur im Rahmen seiner ihm gemäß Arbeitssicherheitsgesetz und Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge - ArbMedVV zugewiesenen Aufgaben bewerten. Die ärztliche Schweigepflicht ist dabei zu wahren. Auf § 6 Abs. 3 sowie § 8 Abs. 1 ArbMedVV weisen wir insbesondere hin.

Für eine weitergehende Beratung zum Thema empfehlen wir, dass Sie eine entsprechende Fragestellung direkt an eine im Arbeitsrecht autorisierte Stelle wie Fachanwalt für Arbeitsrecht oder Gewerkschaft/Verband richten.


Dialognummer: 13975
Stand: 13.12.2012

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.