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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Allgemeine Fragen zum Gefahrstoffrecht > Chemische Fachfragen

Frage:

Was muss bei einer Filteranlage für die Abfüllung von Benzenen beachtet werden (außer Ex-Schutz)?

Antwort :

Formal ist eine Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz/Gefahrstoffverordnung zu erstellen, deren Auswertung die notwendigen Maßnahmen aufzeigt.

Allgemeine und bauliche Anforderungen, die Festlegung explosionsgefährdeter Bereiche und Informationen über Brandschutzeinrichtungen sind, neben den Technischen Regeln für Betriebssicherheit - TRBS, zur Zeit noch den Technischen Regeln für brennbare Flüssigkeiten - TRbF zu entnehmen.

Für die Praxis wird vorgeschlagen, mindestens die folgenden Maßnahmen durchzuführen:

Da es sich bei Benzen (oder auch Benzol) um einen krebserzeugenden und leichtentzündlichen Stoff handelt, sind weitreichende Schutzmaßnahmen zu treffen.

Technische Maßnahmen:
- Hitze/Funken/offene Flamme/heiße Oberflächen vermeiden.
- Maßnahmen gegen elektrostatische Aufladungen treffen.
- Behälter dicht verschlossen halten.
- Entwicklung von Dämpfen/Aerosolen vermeiden.
- Für gute Be- und Entlüftung am Arbeitsplatz sorgen. Lokale Absaugung benutzen.
- Notbrause und Augenwascheinrichtung sollten im Arbeitsbereich leicht zugänglich sein.
- Funkensicheres Werkzeug verwenden.
- Eindringen in Erdreich, Gewässer oder Kanalisation verhindern.

Organisatorische Maßnahmen:
- Bereithalten eines aktuellen Sicherheitsdatenblattes.
- Erstellen einer tätigkeitsbezogenen Betriebsanweisung.
- Unterweisung der Mitarbeiter.
- Erstellung eines Gefahrstoffverzeichnisses.
- Erstellung eines Verzeichnisses der Beschäftigten, die die Tätigkeiten mit krebserzeugenden Gefahrstoffen ausführen.
- Erstellung einer aktuellen Gefährdungsbeurteilung.
- Ermittlung der Exposition.
- Durchführen von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen.
- Bei der Arbeit nicht essen, trinken oder rauchen.
- Vor den Pausen und bei Arbeitsende Hände waschen.
- Beschmutzte, getränkte Kleidung sofort ausziehen.
- Verschmutzte Kleidungsstücke sind sofort zu waschen.
- Überwachung der Exposition am Arbeitsplatz: Haut 3,25 mg/m³; 1 ppm
- Schweißverbot bzw. Freigabeverfahren für Schweißarbeiten anwenden.
- Beschäftigungsbeschränkungen für Jugendliche beachten.
- Beschäftigungsbeschränkungen für werdende und stillende Mütter beachten.

Personenbezogen Maßnahmen:
Schutzhandschuhe gemäß EN 374. Handschuhmaterial: Fluorkautschuk (Viton)-Schichtstärke: 0,4 mm. Durchbruchzeit (maximale Tragedauer): 480 min.
Dicht schließende Schutzbrille gemäß EN 166.

Hinweise:
BEI KONTAKT MIT DER HAUT (oder dem Haar): Alle beschmutzten, getränkten Kleidungsstücke sofort ausziehen. Haut mit Wasser abwaschen/duschen.
BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.

BG-Chemie:
- Merkblatt M025 'Benzol'
- Merkblatt M017 'Lösemittel'

Dialognummer: 13922
Stand: 15.06.2011

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