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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Sichere Benutzung der Arbeitsmittel
Stichworte: Für welche Zwecke ist die Verwendung von Hakentraversen zulässig?

Frage:

In Betrieben der Flachglasbranche begegnen einem nicht selten spezielle Anschlagmittel (sog. Glashakentraversen), die in obere Querholme der Gestelle eingehängt werden, ohne eine direkte Aushängesicherung zu haben. Lediglich die Ausformung des Hakens ist so geartet, dass ein einfaches Aushängen verhindert werden soll.

Für welche Zwecke ist die Verwendung solcher Hakentraversen tatsächlich zulässig?

Gibt es hierfür möglicherweise spezielle Bestimmungen für den Einsatz auf Baustellen oder ist die Verwendung im Bereich des produzierenden Gewerbes ebenfalls zulässig?

Antwort :

Bei den beschriebenen Hakentraversen handelt es sich um Arbeitsmittel im Sinne des Anhangs 2 Abschnitt 4 Betriebssicherheitsverordnung/BetrSichV "Mindestanforderungen für die Benutzung von Arbeitsmitteln zum Heben von Lasten". Dort wird u.a. gefordert, dass
• Lasten sicher angeschlagen werden und sich die Lasten, Lastaufnahme- sowie Anschlagmittel nicht unbeabsichtigt lösen oder verschieben können. Die Lastaufnahme- und Anschlagmittel sind entsprechend den zu handhabenden Lasten, den Greifpunkten, den Einhakvorrichtungen, den Witterungsbedingungen sowie der Art und Weise des Anschlagens auszuwählen.

Auch wird in der BGI 556 "Anschläger" unter Abschnitt 16 dazu ausgeführt, dass grundsätzlich eine Sicherung gegen das unbeabsichtigte Aushängen der Anschlagmittel oder der Lastaufnahmemittel aus dem Kranhaken notwendig ist. Nur wenn das unbeabsichtigte Aushängen verhindert ist oder wenn wegen besonderer Gefahren beim Aushängen z.B. heißer Lasten die Sicherung stören würde, dürfen Haken ohne Sicherung verwendet werden.
 
Somit bedarf es in der Gefährdungsbeurteilung einer besonderen Begründung, wenn auf Hakensicherungen am Kran oder der Traverse verzichtet werden soll.

Zu beachten ist auch, dass gemäß Artikel 1 "Anwendungsbereich" der Richtlinie 2006/42/EG Maschinenrichtlinie   die Richtlinie auch für  die folgenden Erzeugnisse gilt:

a. Maschinen;
b. auswechselbare Ausrüstungen;
c. Sicherheitsbauteile;
d. Lastaufnahmemittel;
e. Ketten, Seile und Gurte;
 

Weitergehende Erläuterungen, welche Lastaufnahmemittel in den Anwendungsbereich der Maschinenrichtlinie fallen, werden unter http://www.baua.de/de/Produktsicherheit/Produktgruppen/pdf/Lastaufnahmemittel.pdf?__blob=publicationFile&v=3 angeboten. Die dort aufgeführte Krantraverse verfügt ebenfalls über Hakensicherungen 

Grundsätze für die Prüfung und Zertifizierung von Lastaufnahmemitteln einschließlich der anzuwendenden Normen bietet die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung - DGUV unter dem Prüfungsgrundsatz GS-BGIA-M15 Stand 01/2008 www.dguv.de/dguv-test/de/produktsicherheit/pruefgrundlagen/pruefgrundsaetze/01ifa/index.jsp an. Eine Normenrecherche wird zudem unter www.kan.de/ angeboten.

Hinsichtlich der Kennzeichnung von Lastaufnahmemittel verweisen wir auf Ziffer 1.7.3. des Anhangs zur Maschinenrichtlinie "Kennzeichnung der Maschinen" i.V.m. Ziffer 4.3.2. Lastaufnahmemittel. Weitergehende Informationen erhalten Sie unter www.maschinenrichtlinie.de/ (Anmeldung erforderlich).

Für das Einhalten der sich aus der Maschinenrichtlinie ergebenden Anforderungen ist der Hersteller verantwortlich. Dies gilt auch für Maschinen/Lastaufnahmemittel für den Eigengebrauch.

Ein Arbeitgeber darf entsprechend § 7 BetrSichV seinen Beschäftigten grundsätzlich nur Lastaufnahmemittel zur Verfügung stellen, die den Anforderungen der Maschinenrichtlinie entsprechen. 


Dialognummer: 13391
Stand: 15.06.2012

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