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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Persönliche Schutzmaßnahmen (5.)
Stichworte: Muss der Bediener einer Senkerodiermaschine mit dem Dielektrikum C 100 eine Atemschutzmaske tragen?

Frage:

Wir betreiben nur eine einzelne Senkerodiermaschine mit dem Dielektrikum C 100 im Werkzeugbau. Gibt es da eine Vorschrift, dass der Bediener hier eine Atemschutzmaske tragen muss?

Antwort :

Mögliche Gefährdungen und Maßnahmen des Arbeitsschutzes muss der Arbeitgeber auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung ermitteln und treffen. Dabei soll er sich von der Fachkraft für Arbeitssicherheit beraten und unterstützen lassen [§ 5 "Beurteilung der Arbeitsbedingungen" des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) i.V.m. Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)].

Relevante Informationen zu Erodierverfahren und diesbezüglichen Arbeitsschutzmaßnahmen werden auf der Seite "Erodierverfahren" des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg angeboten:

"Beim Senkerodieren werden als Dielektrikum meist synthetische Kohlenwasserstoffe verwendet, die als Gefahrstoffe eingestuft sind, sodass bei Lagerung, Umgang und Einsatz die geltenden gesetzlichen Regelungen und Richtlinien beachtet werden müssen. In großen Erodieranlagen können bis zu mehreren tausend Litern Dielektrikum im Umlauf sein. Besonderes Augenmerk ist auch auf die Vermeidung und Absaugung von beim Erodiervorgang entstehenden Dämpfen zu richten." 

"Die beim Senkerodieren eingesetzten Erodierdielektrika auf Kohlenwasserstoffbasis stellen aus Arbeitsschutzaspekten und wegen ihres Brand- und Wassergefährdungspotenzials hohe Ansprüche an die Betriebe. Bei der Auswahl des Dielektrikums sollten daher auch Kriterien des Arbeitsschutzes wie Hautverträglichkeit, Toxizität (mögl. geringer Aromatengehalt), geringe Rauchentwicklung und geringe Geruchsentwicklung berücksichtigt werden."

"Senkerodiermaschinen müssen über Brandschutzeinrichtungen und wegen der beim Erodierprozess entstehenden Dämpfe über Absaug- und Filtereinrichtungen verfügen. Eine Zusammenstellung von Hinweisen und Vorgaben zum sicheren Betrieb von Senkerodieranlagen enthält die VDI-Richtlinie 3402. Die beim Erodiervorgang an der Bearbeitungsstelle entstehenden Dämpfe sind gesundheitsgefährdend und setzen sich aus verdampfendem Dielektrikum und Metalldämpfen zusammen. Wichtig ist daher, dass die Bearbeitungsstelle ausreichend hoch mit Dielektrikum bedeckt ist, sodass die Dämpfe im Dielektrikum auskondensieren können."

Die betreffenden Schutzmaßnahmen sind besonders unter Bewertung des Sicherheitsdatenblattes des Dielektrikums festzulegen. Ein pauschale Aussage ist daher nicht möglich. Generell gilt, dass bei der Festlegung von Schutzmaßnahmen persönliche Schutzmaßnahmen (PSA) wie z. B. Atemschutzfiltermasken nachrangig einzusetzen sind. Belastende PSA darf keine Dauermaßnahme sein [§ 7 "Grundpflichten" Absatz 5 der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)].

Arbeitsschutzvorschriften sowie weitere Rechtsvorschriften können u. a. der Seite "Rechtsvorschriften und Datenbanken" der Arbeitsschutzverwaltung NRW sowie der Seite "Vorschriften" der Gewerbeaufsicht Baden-Württemberg entnommen werden.

Dialognummer: 13349
Stand: 28.03.2011

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