Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Beschäftigungsverbote und -beschränkungen
Stichworte: Darf ich als schwangere Busfahrerin im Linienverkehr bis 22:40 Uhr und an Sonn- und Feiertagen arbeiten?

Frage:

Ich bin Busfahrerin im Linienverkehr und in der 8 Woche schwanger.
Meine Frage ist: Wie sieht es mit den Arbeitzeiten aus? Darf ich bis 22:40 Uhr arbeiten? Ich bin um ca. 23:45 Uhr zuhause.
Darf ich an Sonn- und Feiertagen arbeiten?

Antwort :

Werdende und stillende Mütter dürfen entsprechend § 8 Mutterschutzgesetz - MuSchG nicht mit Mehrarbeit, nicht in der Nacht zwischen 20 und 6 Uhr und nicht an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden. Fahrtzeiten zwischen Wohnung und Arbeitsstelle zählen arbeitsschutzrechtlich nicht zur Arbeitszeit.
Die im MuSchG unter § 8 Abs. 3 genannten Ausnahmen für Nachtarbeit sind auf den vorliegenden Fall nicht anzuwenden.

Zwar gibt es für das Verkehrswesen eine Ausnahme vom Verbot der Sonn- und Feiertagsarbeit,  wenn in jeder Woche einmal eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 24 Stunden im Anschluss an eine Nachtruhe gewährt wird (§ 8 Abs. 4 MuSchG). Allerdings dürfen werdende Mütter nach Ablauf des dritten  Schwangerschaftsmonats nicht weiter auf Beförderungsmitteln, wie z. B. Bussen, eingesetzt werden
(§ 4 Abs. 2 Ziffer 7 MuSchG).

Hinweis:
Bei der Beschäftigung einer werdenden Mutter muss der Arbeitgeber die Vorschriften des Mutterschutzgesetzes - MuSchG und der Mutterschutzrichtlinienverordnung – MuSchRiV 
www.arbeitsschutz.nrw.de/Themenfelder/mutterschutz/rechtliche_grundlagen/index.php  von sich aus einhalten.
Sobald eine werdende Mutter den Arbeitgeber über die Schwangerschaft informiert, hat dieser umgehend eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen.

Falls die Arbeitsplatzbeurteilung ergibt, dass die Sicherheit oder Gesundheit der werdenden oder stillenden Mutter oder des ungeborenen Kindes gefährdet ist, muss der Arbeitgeber geeignete Schutzmaßnahmen in folgender Rangfolge veranlassen:

1. Umgestaltung des Arbeitsplatzes
2. Arbeitsplatzwechsel
3. Freistellung wegen eines Beschäftigungsverbotes (unter Fortzahlung des Entgeltes entsprechend § 11 MuSchG)

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die werdende oder stillende Mutter sowie die übrigen bei ihm beschäftigten Arbeitnehmerinnen über das Ergebnis der o.g. Arbeitsplatzbeurteilung und über zu ergreifende Schutzmaßnahmen zu unterrichten.

Weitere Informationen zum Thema Mutterschutz bietet die Arbeitsschutzverwaltung NRW im Internet unter
www.arbeitsschutz.nrw.de/Themenfelder/mutterschutz/index.php an.


Dialognummer: 13329
Stand: 18.06.2012

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.