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Stichworte: Legionellen-Erkrankungen in Altenheimen

Frage:

Legionellen-Erkrankung in Altenheimen - ein Problem? Gibt dazu Infos zur Vermeidung, zur Überprüfung bestehender sanitärer Anlagen (Dusche etc)

Antwort :

Bei der Erkrankung durch Legionellen sind zwei unterschiedliche Formen bekannt:
Das Pontiacfieber als nichtpneumonische Erkrankung und die Legionärskrankheit als mit einer multifocalen Pneumonie einhergehende Erkrankung.

In Altenheimen kann insbesondere die Legionärskrankheit von Bedeutung sein, da die Erkrankung vornehmlich bei Patienten mit kardiopulmonalem Grundleiden (Herz-Lungen-Leiden) oder anderer Abwehrschwäche auftritt.

Die Infektion erfolgt durch Inhalation erregerhaltiger Tröpfchen. Als Infektionsquellen wurden Warm- und Kaltwassersysteme, Kühltürme und Luftbefeuchter von Klimaanlagen sowie Sprudelbäder beschrieben. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht bekannt.

Legionellen können Wassertemperaturen bis zu 50° C tolerieren. Erst bei Erhitzung des Wassers auf 70°C werden sie abgetötet. Eine Vermeidung von Legionellen im Wassersystem setzt daher eine kurzzeitige Erhöhung der Wassertemperatur im gesamten System auf 70° C voraus. Da Legionellen bevorzugt im Warmwassersystem auftreten, käme hier z.B. eine Erhöhung der Vorlauftemperatur in Verbindung mit einer Durchspülung des Gesamtsystems (Wasserhähne öffnen!) für 30 Minuten in Betracht. Hierbei sollte auch im Ausfluß noch eine Wassertemperatur von 70° C gegeben sein.

Aus Praktikabilitätsgründen bietet es sich an, derartige Maßnahmen zu einem Zeitpunkt durchzuführen, zu dem das Wassersystem nicht übermässig frequentiert wird (z.B. nachts). Es ist insbesondere sicherzustellen, dass es an den geöffneten Wasserauslaßstellen nicht zu Verbrühungen von Personen (bsp. Badezimmer der Heimbewohner) kommt. Dies bedeutet, dass derartige Maßnahmen vom Personalaufwand her in der Regel nur „etappenweise“ durchgeführt werden können.

Darüber hinaus ist auf die mechanische Reinigung der Wasserversorgungssysteme zu achten. Verkalkte Duschköpfe und Leitungen bieten „Nischen“ für Mikroorganismen, außerdem kann hier u. U. die notwendige Temperatur von 70° C nicht durchgängig erreicht werden.

Oben genannte Maßnahmen dienen nicht nur der Vermeidung sondern auch der Abtötung bereits vorhandener Legionellen.
Sollte darüber hinaus noch Bedarf für eine Überprüfung/Diagnostik auf Legionella pneumophila bestehen, wird dies z.B. durch Hygieneinstitute wie das Hygiene Institut des Ruhrgebietes, Rotthauser Str. 19, 45879 Gelsenkirchen Tel.: 0209/1586-0 sowie
das Hygiene-Institut der Universität Bonn Sigmund-Freud Str. 25, 53127 Bonn Tel.: 0228/287-0 durchgeführt.
Siehe auch die Internetseiten unter:
http://www.biomess.de/Inhalte/Detailinfos_Chemie/Schimmelpilze/Klimaanlagen/Legionellen/legionellen.htm

Stand: September 2005


Dialognummer: 1322

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