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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Explosionsschutzdokument

Frage:

Welche Inhalte müssen in das Explosionsschutzdokument eingefügt werden?

Antwort :

Aufbau und Inhalte des Explosionsschutzdokuments sind in den Rechtsvorschriften nur umrissen. Nach § 6 Abs. 2 Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) muss aus dem Explosionsschutzdokument insbesondere hervorgehen,
1. dass die Explosionsgefährdungen ermittelt und einer Bewertung unterzogen worden sind,
2. dass angemessene Vorkehrungen getroffen werden, um die Ziele des Explosionsschutzes zu erreichen,
3. welche Bereiche entsprechend Anhang 3 in Zonen eingeteilt wurden und
4. für welche Bereiche die Mindestvorschriften gemäß Anhang 4 gelten.

Absatz 5 beschreibt, dass auch vorhandene Gefährdungsbeurteilungen, Dokumente oder andere gleichwertige Berichte bei der Erstellung des Explosionsschutzdokumentes verwendet werden können.

Durch Erarbeitung von Fachgremien, der Fachöffentlichkeit und anderer Stellen (Überwachungsbehörden, Berufsgenossenschaften, etc.) haben sich Musterinhalte von Exposionsschutzdokumenten herauskristalisiert. Eine Musterinhaltsangabe kann z.B. sein:
  • Name der Firma (Betrieb); Betriebsteil,
    • Bezeichnung des Arbeitsbereiches z.B. Anlage, Lager, Gebäude, Raum
  • Verantwortliche (Betrieb / Explosionsschutzdokument); Organisation
  • Kurzbeschreibung der baulichen und örtlichen Gegebenheiten
    • z.B. Lageplan, Aufstellungsplan, Flucht- und Rettungswegplan, Angaben zur Lüftung und zu Brandabschnitten
    • evtl. Bilddokumentation
  • Anlagen-, Verfahrens- und ggf. Tätigkeitsbeschreibung
    • Fließschemata, Verarbeitungszustände, Druck- und Temperaturbedingungen; An- und Abfahrbedingungen Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten, Notfallsituationen
  • Stoffbeschreibung
    • Gefahrstoffverzeichniss, Sicherheitsdatenblätter, Gestis
  • Methodik und Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung
    • Zoneneinteilung, Ex-Zonenplan, getroffene Maßnahmen des Explosionsschutzes (primär), Zündquellenbetrachtung
  • Beschreibung des Explosionsschutzkonzeptes
    • Sicherheitsstrategie und Schutzmaßnahmen - technisch und organisatorisch - in Bezug auf die Verhinderung der Zündung explosionsfähiger Atmosphäre (sekundär) und Beschränkung der Auswirkungen möglicher Explosionen (tertiär))
  • Technische Schutzmaßnahmen
    • Vorbeugende, Konstruktive Maßnahmen und Maßnahmen der Prozessleittechnik
  • Organisatorische Schutzmaßnahmen
    • Qualifikation, Unterweisung, Arbeitsfreigabesystem, Betriebsanweisungen, Benutzung ostsveränderlicher Arbeitsmittel, Persönliche Schutzausrüstung, Kennzeichnung von Ex-Bereichen, Reinigungspläne etc.
  • Durchführung von Explosionsschutzmaßnahmen
    • Verantwortlichkeit, Prüfungen, Koordination (Fremdfirmeneinsatz)
    • Zonenplan der explosionsgefährdeten Bereichen mit schriftlichen Erläuterungen (Ex-Zonenplan)
  • Anhänge bzw. Standortverweise
    • z.B. Prüfbescheinigungen, Sicherheitsdatenblätter, Gefahrstoffverzeichnis, Verfahrensfließbilder, Baumusterprüfbescheinigungen oder Konformitätserklärungen, Arbeitsanweisungen, Wartungs- und Instandhaltungspläne, Alarmpläne, Gutachten, Genehmigungs-, Erlaubnisbescheide
  • Unterschrift der verantwortlichen Personen (§ 13 Arbeitsschutzgesetz)
  • Revisionsstand des Explosionsschutzdokumentes 
Zusammengefasst kann als Mindestinhalt eine folgende Übersicht gewählt werden: 
  • Übersicht des Betriebes (Firmenname mit Adresse, und Angabe des Tätigkeitsschwerpunktes)
  • Gesamtinhaltsverzeichnis mit Darstellung der zugehörigen Unterlagen und deren Standorte.
  • Kurzbeschreibung des Betriebsbereichs inkl. Verantwortlicher
  • Gefährdungsbeurteilung und Explosionsschutzkonzept
  • Ex-Zonenplan
  • Unterschrift und Stand

Hilfreich für die Erstellung des Dokuments sind beispielsweise die Regeln für das Vermeiden der Gefahren durch explosionsfähige Atmosphäre BGR 104 - Explosionsschutz-Regeln - Ex-RL (http://publikationen.dguv.de/), VDSI Information 7/2002 (www.vdsi.de), NAMUR Empfehlung NE 99 – Explosionsschutzdokument (www.namur.de) oder die Mitteilung Nr. 1/2003 des Landesinstituts für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin des Freistaats Sachsen (www.arbeitsschutz-sachsen.de).

Dialognummer: 12934
Stand: 19.06.2012

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