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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Entzündliche Flüssigkeiten > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (1.2.2)
Stichworte: Welche sicherheitstechnischen Einrichtungen sind bei der Erhitzung von Ethanol auf 70 Grad Celsius erforderlich?

Frage:

Ethanol wird auf 70 Grad Celsius erhitzt - welche sicherheitstechnischen Einrichtungen müssen beim Betreiber gegeben sein?

Antwort :

Auf Grund der sehr allgemeinen Fragestellung ist eine präzise Antwort unmöglich. Deshalb kann hier nur eine erste allgemeine Einschätzung getroffen werden. Ethanol hat einen Flammpunkt von 12oC und wird damit als leichtentzündlich eingestuft. Somit sind - auch ohne eine Erwärmung - prinzipiell alle entsprechenden Schutzmaßnahmen für diese Gefahrenklasse zu treffen. Insbesondere sei hier auf die Gefährdungsbeurteilung nach § 7 Gefahrstoffverordnung hingewiesen.

Da der Siedepunkt von 78oC unterschritten wird, wird das Behältnis auch nicht zu einem Druckgerät.  Angesichts der Nähe zum Siedepunkt ist allerdings die Eignung der Temperaturmess-, -regel- und -begrenzungseinrichtung für diesen speziellen Zweck vom Hersteller bzw. Einführer bestätigen zu lassen. Wegen des hohen Partialdrucks bei 70oC dürfte in den Behältnissen in der Regel die obere Explosionsgrenze überschritten sein, d.h. es liegt keine explosionsfähige Atmosphäre vor, da es aber - zunächst - keine besondere Überwachung gibt und da solche Anlagen auch irgendwann bei niedrigeren Temperaturen betrieben werden, führt dies nicht zu einer Reduzierung der Anforderungen.

Besondere Gefahren können bei einer Freisetzung entstehen, weil die Verdunstungsrate erheblich höher als bei Raumtemperatur ist. Deshalb ist auf die Dichtheit der Behältnisse besonderer Wert zu legen. Können betriebliche Freisetzungen nicht ausgeschlossen werden oder erfolgt ein offener Umgang, so sind die Bereiche,in denen Explosionsschutzmaßnahmen zu treffen sind, gegenüber dem Regelfall zu erhöhen. Unabhängig davon ist der MAK-Wert von 1.000 ppm einzuhalten. Dieser Wert dürfte in der Regel die aufwendigeren Schutzmaßnahmen bedingen,da die untere Explosionsgrenze mit 3,5 Vol% um den Faktor 35 höher liegt.
 


Dialognummer: 129

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