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Frage:

Benötigen Mitarbeiter im Tiefbau bzw. bei der Kanaluntersuchung Impfungen?

Antwort :

Grundlage für die arbeitsmedizinsche Vorsorge und die notwendigen Impfungen ist die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV). Die Verordnung nennt Untersuchungsanlässe und beschreibt das organisatorische Verfahren der arbeitsmedizinischen Vorsorge im Betrieb hinsichtlich der Pflichten des Arztes und des Arbeitgebers.

Vom Arbeitgeber ist mittels der Gefährdungsbeurteilung (§ 3 ArbMedVV) zu klären, welche Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen sind (Pflichtuntersuchungen) und welche anzubieten sind (Angebotsuntersuchung).
Mit der Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber ermitteln, ob die Beschäftigten an der konkreten Arbeitsstelle Tätigkeiten ausüben, die z.B. im Anhang Teil 2 der ArbMedVV aufgeführt sind, und somit eine Exposition möglich ist, die den Expositionsbedingungen der Tabelle im Anhang Teil 2 ArbmedVV entspricht und ob sich weiter darunter biologische Arbeitsstoffe befinden, die als impfpräventable gekennzeichnet sind.

Die Handlungsanleitung - Berufsgenossenschaftlicher Grundsatz G 42 "Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung" - BGI 504-42 (http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/i-504-41.pdf
)  konkretisiert den Punkt der ArbmedVV.  Und für den Bereich der Abwasseranlagen sind entsprechende Regelungen in der Technischen Regel für
Biologische Arbeitsstoffe - TRBA 220 "Sicherheit und Gesundheit bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in abwassertechnischen Anlagen" aufgeführt; siehe Kapitel 6 der Regel:

Danach sind Pflichtuntersuchungen nach Anhang Teil 2 Abs. 1 ArbMedVV im Anwendungsbereich dieser TRBA im Hinblick auf die Infektionsgefährdung durch Hepatitis-A-Virus zu veranlassen.
Hier ist nach entsprechender ärztlicher Beratung ein Impfangebot zu unterbreiten.
Daneben ergeben sich in der Regel weitere Anlässe für Pflichtuntersuchungen nach
ArbMedVV. Dies ist z.B. der Fall bei:
− Feuchtarbeit von regelmäßig vier Stunden oder mehr je Tag,
− Tätigkeiten, die das Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppe 2 (z.B. FFP-3-Masken) und 3 erfordern.

Daneben sind Angebotsuntersuchungen unter Umständen erforderlich, die im Anhang der TRBA erläutert werden.

Hepatitis A und Hepatitis B sind als impfpräventabel gekennzeichnet. D.h. Mitarbeitern, die entsprechende Tätigkeiten in der Kanalinstandsetzung ausführen, muss demzufolge ein Impfangebot für Hepatitis A nach entsprechender ärztlicher Beratung angeboten werden. Es empfiehlt sich dies auch für Hepatitis B anzubieten.

Beim Erstellen der Gefährdungsbeurteilung sollte sich der Arbeitgeber vom Betriebsarzt beraten und unterstützen lassen. Der Betriebsarzt kann auch zu der notwendigen arbeitsmedizinschen Vorsorge (inkl. Impfung) Auskunft geben.


Dialognummer: 12757
Stand: 18.06.2012

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