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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Zulässige Belastungen > Schadstoffermittlung, Messungen
Stichworte: Ölnebelbestimmung

Frage:

Anfang der 70er Jahre wurde von einem Mitarbeiter (Herr Grupinski) des Landesinstitutes für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Karlsruhe ein Verfahren zur Bestimmung der Luftbelastung mit Ölnebeln entwickelt. Ich benötige zur Durchführung einer Ölnebelbestimmung Bezugsquellen dieses Gerätes bzw. die Möglichkeit ein solches Gerät zu leihen, die notwendige Auswertung über IR kann in unserem Labor durchgeführt werden.

Antwort :

Ölnebel und Öldämpfe gehören zu den stofflichen Belastungsfaktoren an Arbeitsplätzen, die der Ermittlungspflicht des Arbeitsgebers nach § 16 der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) unterliegen. Vor allem bei Arbeitsstoffen, für die gesetzliche festgelegte Luftgrenzwerte - MAK bzw. TRK - existieren, die in der Technischen Regel für Gefahrstoffe 900 (TRGS 900) festgelegt sind, ist die Einhaltung der Grenzwerte durch Messungen an Arbeitsplätzen nachzuweisen.
 
Messtechnisch werden Ölnebel als partikuläre Luftbestandteile wie Stäube erfasst
und bewertet. Wenn im Ölnebel nur Stoffe enthalten sind, die selbst keine Gefahrstoffe darstellen, z.B. nur Paraffinkohlenwasserstoffe, muss zumindest der aktuelle Allgemeine Staubgrenzwert von 3 mg/m³ für die alveolengängige, bis in die tiefsten Bronchien eindringende Staubfraktion („A-Staub“) eingehalten werden. Nur unter bestimmten Voraussetzungen ist noch der bisherige Allgemeine Staubgrenzwert von 6 mg/m³ anwendbar, z.B. wenn mit dem Stand der Technik nicht anders möglich.
 
Spätestens ab 01.04.2004 ist außerdem ein Grenzwert von 10 mg/m³ für die gesamte einatembare Staubfraktion („E-Staub“) einzuhalten. Dieses Grenzwertkonzept ist detailliert in Nr. 2.4 der Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 900) beschrieben.
 
Für die Messung selbst sind die Vorgaben der Technischen Regel 402 (TRGS 402) einzuhalten. Demnach müssen die zur Messung eingesetzten Verfahren bestimmten Anforderungen genügen, um die Ermittlungsverpflichtung des Arbeitgebers zu erfüllen.
 
Dazu ist in der TRGS 402 - Nr. 3.8 - Prüfung der Eignung von Messverfahren -ausgesagt, dass „... geeignete Analysenverfahren ... durch die Arbeitsgruppe "Analytische Chemie" der Kommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), durch das Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitssicherheit (BIA), die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), sowie durch die Arbeitsgruppe "Analytik" des berufsgenossenschaftlichen Fachausschusses "Chemie" veröffentlicht ...“ werden.
 
Die in der Fragestellung angegebene Informationsquelle konnte zwar identifiziert (Grupinski 1971), aber noch nicht beschafft und daraufhin geprüft werden, inwieweit das dort beschrieben Verfahren der Anforderungen nach TRGS 402 genügt. In der Schriftenreihe Gefährliche Arbeitsstoffe (GA) der Bundesanstalt für Arbeitschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sind jedoch in der Dokumentation „Empfohlene Analysenverfahren für Arbeitsplatzmessungen“ (BAuA GA 13) validierte Verfahren zur Bestimmung von Ölnebeln und -dämpfen, die den Anforderungen nach TRGS 402 entsprechen, aufgeführt und kurz beschrieben.
 
Ölnebel werden demnach - wahrscheinlich durch aktive Probenahme mit kalibrierten Sammelpumpen - als Gesamtstaub auf PTFE- oder Glasfaserfiltern gesammelt und nach Extraktion mit 1,1,2-Trichlortrifluorethan ( F113) gravimetrisch oder IRspektroskopisch bestimmt. Bei der kombinierten Bestimmung von Ölnebeln und - dämpfen wird die Partikelphase (Ölnebel) auf Glasfaserfiltern, die Dampfphase (Öldampf) in Adsorptionsröhrchen ( XAD-2 oder Aktivkohle) gesammelt und wiederum nach Extraktion mit F113 mittels IR- oder FT-IR-Spektroskopie bestimmt.
 
Eine Sammlung dieser validierten Methoden wurden im DGMK Forschungsbericht 348 (DGMK 348) bzw. 348-1 (DGMK 348-1) der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e.V. (DGMK) veröffentlicht.
 
Inwieweit die zur Bestimmung von Ölnebeln an Arbeitsplätzen vorgesehenen Geräte bzw. Messsysteme geeignet sind, die Anforderungen nach TRGS 402 zu erfüllen, sollte erst Sichtung der Originalliteratur (Grupinski 1971, DGMK 348 bzw. 348-1) und ggfls. nach Rücksprache bzw. Beratung durch die angegebenen Institutionen (BAuA, DGMK) entschieden werden.
 
Anschriften:
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
-Hauptsitz Dortmund-
Friedrich-Henkel-Weg 1-25,
44149 Dortmund
Tel.: 0231 9071-0
Internet: www.baua.de
 
Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e.V. (DGMK)
Kapstadtring 2
22297 Hamburg
Tel.: 040 639 004 -0
Internet: www.dgmk.de
 
Literatur:
Grupinski, L., Oberländer W., Neuschwader K., Staub W.: "Bericht über Ölkonzentrationsmessungen in der Raumluft von Arbeitsräumen"; Landesinstitut für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Karlruhe (Hrsg.) Selbstverlag 1971 (10 S.) Bericht 10-71
 
 (Stand: 10.07.2002)

Dialognummer: 1275

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