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Nutzerpfad: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Beschäftigungsverbote und -beschränkungen
Stichworte: Beziehen sich die Ausnahmen des § 8 MuSchG nur auf Sonn- und Feiertagsarbeit oder auch auf die Arbeit nach 20 Uhr?

Frage:

Ich arbeite als Angestellte in der Erwachsenenbildung und halte tagsüber an Wochentagen Seminare. Pro Monat habe ich ca. 2-3 Seminartage; die übrige Arbeitszeit verbringe ich mit der Vor- und Nachbereitung der Seminare sowie der Organisation und Verwaltung im Büro.
Nun wurde ich erstmalig von meiner Vorgesetzten (die von meiner Schwangerschaft noch nichts weiß, ich bin in der 9. SSW) als Referentin für einen Elternabend vorgeschlagen, der an einem Wochentag um 20 Uhr beginnt (und ca. 2 – 2,5 Stunden dauern soll, Nachbereitung und Heimfahrt exklusive).
Meine Frage ist: Beziehen sich die Ausnahmen zum MuSchG (§ 8) nur auf Sonn- und Feiertagsarbeit, oder auch auf die Arbeit nach 20 Uhr? Falls auch die Arbeit an Wochentagen nach 20 Uhr darunter fällt: Kann der Elternabend als „Schaustellung“ o.ä. bezeichnet werden, so dass die Ausnahme dort greift?
Für meinen Fall möchte ich ganz konkret wissen, ob ich verpflichtet werden kann, den Elternabend als Referentin zu halten.

Antwort :

Für einige Beschäftigungsbereiche sieht das Mutterschutzgesetz -MuSchG- Ausnahmen vom Verbot der Nachtarbeit (zwischen 20 und 6 Uhr) vor.

Die Ausnahmeregelungen sind in § 8 Abs. 3 MuSchG  genannt:
Abweichend vom Nachtarbeitsverbot dürfen werdende Mütter in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft und stillende Mütter beschäftigt werden
1. in Gast- und Schankwirtschaften und im Übrigen Beherbergungswesen bis 22 Uhr,
2. in der Landwirtschaft mit dem Melken von Vieh ab 5 Uhr,
3. als Künstlerinnen bei Musikaufführungen, Theatervorstellungen und ähnlichen Aufführungen bis 23 Uhr.

Die Tätigkeit als Referentin bei Elternabenden fällt nicht unter diese Ausnahmeregelung.

Mit Zustimmung der werdenden Mutter kann die zuständige Aufsichtbehörde in begründeten Einzelfällen jedoch auch für andere, nicht im § 8 Abs. 3 MuSchG genannte Beschäftigunsbereiche, Ausnahmen vom Nachtarbeitsverbot zulassen (siehe auch www.arbeitsschutz.nrw.de/Themenfelder/mutterschutz/beschaeftigungsverbote/index.php ).

Dialognummer: 12728
Stand: 18.06.2012

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