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Stichworte: Müssen Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten ihre Qualifikation regelmäßig erneuern?

Frage:

Müssen Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten ihre Qualifikation regelmäßig (alle 3 Jahre) erneuern bzw. ihr Wissen auf den aktuellen Stand bringen? Kann man als Grundlage für diese Fortbildung die TRBS 1203 hernanziehen?

Antwort :

Grundsätzlich ist es Aufgabe des Arbeitgebers zu ermitteln und festzulegen, welche Voraussetzungen eine Person erfüllen muss, um als Elektrofachkraft elektrische Betriebsmittel (Arbeitsmittel) prüfen zu können. Bei der Betrachtung können die Regeln und Empfehlungen, die für befähigte Personen nach Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV gelten, angewendet werden.

Befähigte Personen verfügen entsprechend § 2 Abs. 7 BetrSichV für diese Tätigkeit über Fachkenntnisse, die sie durch
1. Berufsausbildung,
2. Berufserfahrung und
3. zeitnahe berufliche Tätigkeit
erworben haben. Mindestvoraussetzung sind die in der TRBS 1203 - Befähigte Personen 
genannten Kriterien.

Das Kriterium "Zeitnahe berufliche Tätigkeit" gliedert sich in "Erfahrungen" die die Person mit der Durchführung der anstehenden Prüfung oder vergleichbarer Prüfungen besitzen und in eine "angemessene Weiterbildung". "Die befähigte Person muss über Kenntnisse zum Stand der Technik hinsichtlich des zu prüfenden Arbeitsmittels und der zu betrachtenden Gefährdungen verfügen."

"Zur zeitnahen beruflichen Tätigkeit gehört die Durchführung von mehreren Prüfungen pro Jahr (Erhalt der Prüfpraxis).
Bei längerer Unterbrechung der Prüftätigkeit müssen durch die Teilnahme an Prüfungen Dritter erneut Erfahrungen mit Prüfungen gesammelt und die notwendigen fachlichen Kenntnisse erneuert werden." (Abschnitt 2.3)

Zusätzlich muss die befähigte Person für die Prüfungen zum Schutz vor elektrischen Gefährdungen ihre Kenntnisse der Elektrotechnik aktualisieren, z. B. durch Teilnahme an Schulungen oder an einem einschlägigen Erfahrungsaustausch (Abschnitt 3.3).

Als Fazit ist zu sagen, dass Elektrofachkräfte, die Prüfungen als befähigte Personen durchführen, nach Abschnitt 3.3 TRBS 1203 ihre Fachkenntnisse aktualisieren müssen, z. B. durch Teilnahme an Schulungen oder einschlägigen Erfahrungsaustauschen. Feste Zeiträume zur Aktualisierung der Fachkenntnisse im vorgenannten Sinne sind in der Betriebssicherheitsverordnung und den TRBS nicht vorgegeben. Anlässe zur Aktualisierung der Fachkenntnisse sind auf jeden Fall Anhaltspunkte, dass die Kenntnisse der Elektrofachkraft zum Stand der Technik nicht mehr aktuell sind sowie Änderungen von für die Tätigkeiten relevanten Vorschriften und Regelwerken (Abschnitt 2.3 TRBS 1203). Natürlich ist zu begrüßen, wenn der Arbeitgeber für seine befähigten Personen feste Fortbildungsfristen im Rahmen seiner Gefährdungsbeurteilung gemäß § 3 Abs. 3 der Betriebssicherheitsverordnung festlegt.

Hinsichtlich der Tätigkeiten außerhalb von Prüfungen ist § 7 des Arbeitsschutzgesetzes zu beachten. Demnach hat der Arbeitgeber bei der Übertragung von Aufgaben auf Beschäftigte zu berücksichtigen, ob diese befähigt sind, die für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Aufgabenerfüllung zu beachtenden Bestimmungen und Maßnahmen einzuhalten. Dazu gehört auch ein aktueller Stand des Fachwissens. Feste Aktualisierungsfristen sind hier auch nicht festgelegt. Insofern gelten die oben gemachten Ausführungen analog.

Dialognummer: 12426
Stand: 12.06.2012

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