Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Baustellen > Gerüste, Absturzsicherungen
Stichworte: Welche Möglichkeiten der Absturzsicherung gibt es für die Demontage alter Fenster und die Montage neuer im Bestand?

Frage:

Welche Möglichkeiten der Absturzsicherung gibt es für die Demontage alter Fenster und die Montage neuer im Bestand?

Ein Fassadengerüst wird bauherrenseitig aus Kostengründen nicht erstellt. Anseilgeschirr wäre denkbar, aber Anschlagmöglichkeiten für Anker o. dgl. in bewohnten Wohnungen scheiden aus. Und die Fensterlaibung kann durch Querstreben ja nicht für den Fenstereinbau blockiert werden.

Antwort :

Aus Kostengründen darf nicht auf ein zur Absturzsicherung erforderliches Fassadengerüst verzichtet werden.

Konkrete Anforderungen hinsichtlich Absturzsicherungsmaßnahmen bei Bauarbeiten sind § 12 "Absturzsicherungen" der Unfallverhütungsvorschrift  BGV C 22 "Bauarbeiten" 
zu entnehmen. Bei Austausch der Fenster ist ab 2,00 m Absturzhöhe zwingend eine Absturzsicherungsmaßnahme zu treffen. Auf die Durchführungsanweisung zu § 12 Abs. 1 Nr. 5 BGV C 22 bezüglich Ein- und Ausbau von Fenstern weisen wir hin.

Unter welchen Voraussetzungen persönliche Schutzausrüstung - PSA als Absturzsicherungsmaßnahme gewählt werden darf, wird in der BGI 826 "Auffangsysteme sachkundig auswählen, anwenden und prüfen" erläutert. Danach kommt PSA gegen Absturz zum Einsatz, wenn an Arbeitsplätzen und Verkehrswegen, an denen Absturzgefährdung besteht, diese nicht durch technische Maßnahmen, wie Seitenschutz, Gerüste, Hubarbeitsbühnen usw. oder durch kollektiv wirkende Auffangeinrichtungen (Fanggerüste, Auffangnetze) beseitigt werden kann oder unzweckmäßig ist.

Bei der Planung einer Baumaßnahmen ist grundsätzlich abzuklären, welche Anforderungen der Baustellenverordnung - BaustellV und der dazu erlassenen Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen - RAB auf die Baumaßnahmen anzuwenden und vom Bauherrn oder dem  von ihm Beauftragten einzuhalten sind, 
www.baua.de/cln_135/de/Themen-von-A-Z/Baustellen/Baustellen.html .

Bei Baustellen ab einer bestimmten Größenordnung (mehrere Arbeitgeber, Anzahl der Beschäftigten, Dauer der Maßnahme, siehe §§ 2,3 BaustellV) muss der Bauherr einer Koordinator bestellen und hat er ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan zu erstellen bzw. erstellen zu lassen.
Im Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan, kurz SiGe-Plan genannt, sind auch die nötigen Maßnahmen gegen Absturz zu festzulegen.

Darüber hinaus müssen generell auch bei Baustellen, die nicht der BaustellV unterliegen, mögliche Gefährdungen und nötige Maßnahmen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung (§ 3 Arbeitsstättenverordnung) ermittelt und festgelegt werden. Auch hier sind Maßnahmen gegen Absturz entsprechend Anhang Ziffer 2.1 "Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen, Betreten von Gefahrenbereichen" ArbStättV und der BGV C 22 zu treffen. 

In der BGI 831 "Arbeiten an Gebäuden und Anlagen vorbereiten und durchführen" werden zudem nähere Informationen bezüglich der Planung und Durchführung von Bauarbeiten gegeben.  


Dialognummer: 12324
Stand: 05.11.2010

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.