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Stichworte: Dürfen auf Baustellen Leitungsroller aus Metall verwendet werden?

Frage:

Gemäß der aktuellen BGI 608, Abschn. 3.3.3 Leistungsroller, müssen "... Tragegriff, Kurbelgriff und Trommelgehäuse müssen aus Isolierstoff oder mit Isolierstoff umhüllt sein."

Auf einer Baustelle habe ich dementsprechend eine Elektrofirma darauf hingewiesen. Diese sagte jedoch:
"Leitungsroller können auch aus Metall/Stahlblech sein, solange diese geprüft wurden (z.B. TÜV) und den Anforderungen gemäß BGI 608 / 3.3.3 bzw. 3.3.2 entsprechen."

Eine Begründung bzw. das entsprechende Dokument mit dieser Aussage konnte man mir jedoch nicht vorlegen.

Frage:
1) Ist diese Aussage richtig?
2) Wo ist dies dokumentiert?
3) Welche Kennzeichnung müssen dann die geprüften Leitungsroller aufweisen?

Antwort :

Die BGI 608 - Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf Baustellen (http://www.bgbau-medien.de/site/asp/dms.asp?url=/zh/z271/titel.htm) fordert, dass Leitungsroller auf Baustellen nach den Festlegungen für schutzisolierte Betriebsmittel gebaut sein sollen und dass Tragegriff, Kurbelgriff und Trommelgehäuse aus Isolierstoff bestehen oder mit Isolierstoff umhüllt sein müssen.
Damit soll verhindert werden, dass eine gefährliche Berührungsspannung von einer möglicherweise beschädigten Leitung
auf diese Konstruktionsteile übertragen wird.

Die Anforderung für das Inverkehrbringen von Leitungsrollern regelt das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz.
Eine vergleichbare Anforderung zumindest bezüglich des Trommelgehäuses ist uns weder aus gesetzlichen Vorschriften noch aus VDE-Vorschriften bekannt
. Daher werden nach unserer Kenntnis auch für Leitungsroller, die zumindest teilweise aus metallischen Bauteilen bestehen, das GS- bzw. VDE-Zeichen vergeben (siehe auch www.brennenstuhl.de ).
Für den Betrieb des Leitungsrollers ist die Betriebssicherheitsverordnung maßgeblich. Diese fordert eine regelmäßige Prüfung elektrischer Arbeitsmittel  i.V.m. den technischen Regeln für Betriebssicherheit
www.baua.de/trbs und der BGV A 3 "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" .

Zusammengefasst bedeutet das, dass das Regelwerk bezüglich der Anforderungen an Leitungsroller auf Baustellen nicht einheitlich ist. Bei Leitungsrollern mit metallischen Bauteilen sollte beim Hersteller hinterfragt werden, für welchen Einsatzzweck der Leitungsroller hergestellt ist.
Zu empfehlen ist auf Baustellen nur Leitungsroller einzusetzen, die den Anforderungen der BGI 608 entsprechen, bei denen also Tragegriff, Kurbelgriff und Trommelgehäuse aus Isolierstoff bestehen oder mit Isolierstoff umhüllt sind.

Die Leitungsroller müssen mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet sein. Sie sollten über das VDE/GS-Prüfzeichen verfügen.

Arbeitsschutzvorschriften können Sie unter
http://www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/rechtsvorschriften/index.php  (Rechtsvorschriften Arbeitsschutz) abrufen.




Dialognummer: 11997
Stand: 20.09.2010

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