Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Raumklima, Lüftung > Raumtemperaturen
Stichworte: Wie ist die Raumtemperatur gemäß ASR A3.5 Raumtemperaturen zu ermitteln?

Frage:

Zur Umsetzung der neuen ASR A3.5 Raumtemperaturen:
Für Arbeitsräume sind bei einer Außenlufttemperatur über +26, 30 bzw. 35 °C zum präventiven Gesundheitsschutz bestimmte Maßnahmen zu ergreifen.
Gibt es Vorgaben, wie die Temperaturen zu ermitteln sind?

Unser Arbeitgeber steht auf dem Standpunkt, dass die Temperaturen wie folgt belegt werden müssen: 24-Stunden-Messung und davon der Durchschnittswert. Können Sie das so bestätigen bzw. uns einen Hinweis geben, wo das nachgelesen werden kann?

Antwort :

Nach Punkt 4.1.(6) der ASR A3.5 "Raumtemperatur" soll die Lufttemperatur mit einem strahlungsgeschützten Thermometer in Grad Celsius [°C], dessen Messgenauigkeit +/-0,5 °C betragen soll, gemessen werden. Die Messung erfolgt nach Erfordernis stündlich an Arbeitsplätzen für sitzende Tätigkeit in einer Höhe von 0,6 m und bei stehender Tätigkeit in einer Höhe von 1,1 m über dem Fußboden. Die Außenlufttemperatur wird stündlich während der Arbeitszeit ohne Einwirkung von direkter Sonneneinstrahlung gemessen. Die Außenlufttemperatur sollte etwa 4 m von der Gebäudeaußenwand entfernt und in einer Höhe von 2 m gemessen werden.

Die Auffassung, dass die in der ASR genannten Temperaturen 24-Stunden-Durchschnittswerte darstellen, ist falsch.

Nähere Erläuterungen zur Messung und Beurteilung können den nachfolgenden Unterlagen entnommen werden:
- BGI 7003 "Beurteilung des Raumklimas" (
http://www.dguv.de/inhalt/medien/datenbank/index.jsp)
- LASI-Leitlinie LV16 "Kenngrößen zur Beurteilung raumklimatischer Grundparameter" (
http://lasi.osha.de/de/gfx/publications/lasi_publications.php

Gemäß der LV16 kann die "Lufttemperatur mit sehr unterschiedlichen Messverfahren ermittelt werden, wobei der Messbereich und/oder der Anwendungsbereich oft das Verfahren vorbestimmt. Als verbreitetste Messsysteme haben sich Flüssigkeitsglasthermometer, Halbleiterthermometer, Thermoelemente und Bimetallthermometer erwiesen.
Die gebräuchlichste Methode ist die Messung mit einem Flüssigkeitsglasthermometer. Dieses kann auch kalibrierfähig sein und muss mit einem ausreichenden Wärmestrahlungsschutz versehen sein." ...... "Alle eingesetzten Messgeräte sollten den Anforderungen der DIN 33403 Teil 1 bzw. der DIN EN 27726 entsprechen, um die Akzeptanz und die Reproduzierbarkeit von Messdaten zu sichern.
(Hinweis: Die DIN EN ISO 7726:2002-04 hat die zitierte DIN EN 27726 ersetzt.)
Detaillierte Aussagen zur Temperaturmessung sind der VDE/VDI 3511 "Technische Temperaturmessung" zu entnehmen (Bezugsquelle: Beuth Verlag GmbH, Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin)."

"Für stichprobenartige Messungen reicht es aus, zu verschiedenen Tageszeiten Einzelmessungen durchzuführen. Zur Beurteilung von thermischen Tagesverläufen sind möglichst Dauermessungen bzw., abhängig von den vorhandenen thermischen Schwankungen im Raum, Langzeitmessungen durchzuführen, die allerdings auch Aufheizzeiten und Auskühlzeiten mit einschließen sollten. Dadurch werden auch energietechnische Aussagen über Ausdehnung oder Verkürzung von Vorheizzeiten möglich."

 


Dialognummer: 11908
Stand: 09.09.2010

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.