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Nutzerpfad: Betriebliches Arbeitsschutzsystem > Beauftragte / Bestellte > Brandschutzbeauftragte / Evakuierungsbeauftragte
Stichworte: Wie oft müssen Brandschutzhelfer und Evakuierungshelfer nachgeschult werden?

Frage:

Ich bin Brandschutzbeauftragter und möchte wissen, wie oft ich meine Brandschutzhelfer & Evakuierungshelfer nachschulen muss (jährlich, alle zwei Jahre oder alle drei Jahre)? Was sagt der Gesetzgeber?
Bis jetzt habe ich sie alle zwei Jahre nachgeschult, das ist meinen Arbeitgebern leider zu oft, des lieben Geldes wegen, was es mir nicht gerade leichter macht.

Antwort :

Im Arbeitsschutzgesetz wird unter § 10 ArbSchG der Arbeitgeber verpflichtet, entsprechend der Art der Arbeitsstätte und der Tätigkeiten sowie der Zahl der Beschäftigten die Maßnahmen zu treffen, die zur Ersten Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung der Beschäftigten erforderlich sind. Dabei hat er der Anwesenheit andere Personen Rechnung zu tragen. Arbeitsschutzrechtlich muss der Arbeitgeber die nötigen Maßnahmen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung eigenverantwortlich ermitteln und festlegen.

Die Bestellung eines Brandschutzbeauftragten ist dann erforderlich, wenn er baurechtlich bzw. in einer entsprechenden Bauvorschrift der Länder (z. B. für diverse
Sonderbauten) gefordert ist.

In der DGUV Information 205-003 (bisher: BGI 847) "Aufgaben, Qualifikation und Ausbildung von Brandschutzbeauftragten"
, sind die Aufgaben eines Brandschutzbeauftragten erläutert:

Demnach soll der Brandschutzbeauftragte den Brandschutzverantwortlichen eines Betriebes/einer Organisation, z. B. Arbeitgeber/Unternehmer, Betriebsleiter, Behördenleiter, in allen Fragen des vorbeugenden, abwehrenden und organisatorischen Brandschutzes, insbesondere bei den nachfolgenden Aufgaben beraten und unterstützen:
– Planung, Ausführung und Unterhaltung von Betriebsanlagen,
– Gestaltung von Arbeitsverfahren und Einsatz von Arbeitsstoffen,
– Ermitteln von Brand- und Explosionsgefahren,
– Erstellen eines Brandschutzkonzeptes,
– Instandhaltung von Brandschutz-Einrichtungen,
– Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden, Feuerwehr und Feuerversicherer,
– Aufstellen des Brandschutzplanes, z. B. Brandalarmplan, Flucht- und Rettungsplan,
Ausbildung von Mitarbeitern, z. B. Brandschutzhelfer, unterwiesene Personen.

Das bedeutet, dass grundsätzlich der Arbeitgeber zu ermitteln hat, in welchem Umfang und in welchen Fristen Brandschutzhelfer und Evakuierungshelfer nachgeschult werden. In der DGUV Information 205-023 (bisher: BGI/GUV-I 5182) "Brandschutzhelfer" wird unter Punkt 5 "Wiederholung der Brandschutzhelfer-Ausbildung" folgende Aussage getroffen:

Zur Auffrischung der Kenntnisse empfiehlt es sich, die Ausbildung in Abständen von 3 bis 5 Jahren zu wiederholen. Bei wesentlichen betrieblichen Änderungen ist in kürzeren Abständen eine Wiederholung der Ausbildung erforderlich, dies können z. B. sein
• Änderung der Brandschutzordnung
• neue Verfahren mit veränderter Brandgefährdung
• Umstrukturierungen und Fluktuation der Mitarbeiter
• Brandereignis im Betrieb

Zweckmäßig ist es daher, die Fragen der Brandbekämpfung und der Evakuierung  im Arbeitsschutzausschuss gemäß § 11 Arbeitssicherheitsgesetz - ASiG zu thematisieren. Auch wenn unter § 11 ASiG der Brandschutzbeauftragte nicht explizit als Ausschussmitglied genannt ist, sollte dieser bei Brandschutzthemen an der Ausschusssitzung teilnehmen.


Dialognummer: 11900
Stand: 07.11.2014

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