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Stichworte: Dürfen wir Kantwerkzeuge für unsere 450 T Kantbänke selbst herstellen?

Frage:

Sehr geerhte Damen und Herren
Merine Fragen

Dürfen wir Kantwerkzeuge für unsere 450 T Kantbänke selbst herstellen und damit arbeiten und welche Vorschriften greifen hier ?

Die Werkzeuge werden keiner Prüfung durch Prüfstellen unterzogen
sondern nur durch Berechnung und Eigenversuche und an der Kantbank (Bruchbelastung) geprüft dann wird festgelegt mit wieviel KN diese belastet werden dürfen .

Müssen Permanent Hebemagnete einer regelmäßigen Püfung unterzogen werden und dürfen diese ohne lesbaren Typenschild weiter benutzt werden?

Mit freundlichen Grüßen

Peter KLee












Antwort :

1. Kantwerkzeuge
Grundsätzlich darf Ihr Betrieb die Kantwerkzeuge selber herstellen und damit arbeiten, allerdings nicht in der in der Frage beschriebenen Art und Weise.
Die Kantwerkzeuge gelten nämlich als "auswechselbare Ausrüstungen" im Sinne der Maschinenrichtlinie (RL 2006/42/EG).
Die Kantwerkzeuge sind als auswechselbare Ausrüstungen nach Maschinenrichtlinie als eigenständiges Produkt zu betrachten, für die der Hersteller (auch bei Eigengebrauch!) im Rahmen der Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen nach Anhang I der Maschinenrichtlinie nicht nur die Ausrüstung selbst, sondern auch deren Zusammenwirken mit der Grundmaschine berücksichtigen muss. 

Ein Konformitätsbewertungsverfahren mit Vergabe des CE-Zeichens muss der Hersteller, hier also der Betrieb durchführen.

Pressen, einschließlich Biegepressen, für die Kaltbearbeitung von Metall mit Handbeschickung und/oder Handentnahme, deren beim Arbeitsvorgang bewegliche Teile einen Hub von mehr als 6 mm und eine Geschwindigkeit von mehr als 30 mm/s haben können, sind zudem sogenannte Anhang IV - Maschinen der Maschinenrichtlinie. Für diese Maschinen ist ein besonderes Konformitätsbewertungsverfahren durchzuführen.

Zusammengefasst bedeutet das, dass ohne Konformitätsbewertungsverfahren und ohne CE-Kennzeichnung die selbst hergestellten Kantwerkzeuge nicht verwendet werden dürfen.

Umfangreiche Informationen zu der Thematik werden auch unter www.maschinenrichtlinie.de (Anmeldung erforderlich) angeboten.

2. Lasthebemagnete
Lasthebemagnete sind Arbeitsmittel im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV. Das bedeutet, dass Art, Umfang und Prüfungen gemäß § 3 Abs. 3 und § 10 BetrSichV im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung vom Arbeitgeber ermittelt und festgelegt werden müssen. Nähere Erläuterungen dazu sind in der TRBS 1201 Technische Regeln für Betriebssicherheit, Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen, www.baua.de/trbs aufgeführt. Beim Festlegen der Prüfanforderungen sind sowohl die in Herstellerstellerunterlagen / Betriebsanleitungen gegebenen Informationen einzubeziehen wie auch die in der BGR 500 unter Kapitel 2.8 Ziffer 3.15 genannten Prüfanforderungen.

Gefordert ist eine Prüfung vor Inbetriebnahme, Wiederholungsprüfungen mindestens einmal im Jahr und außerordentliche Prüfungen bei Schadensfällen.

Ob die vorhandenen Kranunterlagen ausreichen, damit eine ordnungsgemäße Prüfung durchgeführt werden kann, muss die mit der Prüfung beauftragte Person entscheiden.

Hinweis: Mindestanforderungen für die Benutzung von Arbeitsmitteln zum Heben von Lasten sind unter Ziffer 4 ff. des Anhangs 2 der BetrSichV aufgeführt. Das berufsgenossenschaftliche Regelwerk wird unter http://publikationen.dguv.de  angeboten. 


Dialognummer: 11818
Stand: 14.06.2012

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