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Stichworte: Ist für das beschriebene MAPP-Gas eine Registrierung notwendig?

Frage:

Wir haben vor, aus Russland MAPP-Gas zu importieren. MAPP-Gas ist ein Flüssiggas (Gemisch), welches als Schweißgas eingesetzt wird. (http://en.wikipedia.org/wiki/MAPP_gas)

Zusammensetzung von unserem Gemisch:
38,4% Methylacetylen (Propin)
34,9% Propadien
Rest: Isobutan, Isobuten, Propan, Propen, sowie andere Kohlenwasserstoffe.

Geplant sind momentan die Importe bis 500t pro Jahr.

Unsere Fragen lauten:
1. ob wir für dieses Gas eine REACH-Registrierung benötigen,
2. falls ja, mit welchen Registrierungskosten (sehr grob) müssen wir rechnen?

Antwort :

Hinweise zu den Abkürzungen:
Kap.= Kapitel; Art.= Artikel; Abs.= Absatz; Nr.= Nummer
Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich alle Angaben auf REACH (Verordnung (EG) 1907/2006)

Unter REACH müssen grundsätzlich alle Stoffe als solche oder in Zubereitungen, die in Mengen ab 1 t/a produziert oder importiert werden, bei der Chemikalienagentur in Helsinki (ECHA) registriert werden (Ausnahmen siehe Art. 2 Anwendung sowie Annex IV und V). Zu beachten ist, dass Zubereitungen als solche nicht registriert werden können.

Zusammensetzung von Ihrer Zubereitung/Gemisch MAPP-GAS:
1) Propyne (methylacetylen/Propin), EC No. 200-828-4, CAS No. 74-99-7, Anteil: 38,4% (192 t/a)
2) Allene (Propadien), EC No. 207-335-3, CAS No. 463-49-0, Anteil: 34,9% (174,5 t/a)
3) Isobutane, EC No. 200-857-2, CAS No. 75-28-5, Anteil: unbekannt
4) 2-Methylpropene (Isobuten), EC No. 204-066-3, CAS No. 115-11-7, Anteil: unbekannt
5) Propane, EC No. 200-827-9, CAS No. 74-98-6, Anteil: unbekannt
6) Propene, EC No. 204-062-1, CAS No. 115-07-1, Anteil: unbekannt
7) Andere Kohlenwasserstoffe, EC und CAS No. unbekannt, Anteil: unbekannt

I) Betroffenheitsanalyse unter REACH:
Die Stoffe 1 bis 6 und deren Anwendungen (Einsatz als Schweißgas) sind nicht von der Registrierungspflicht nach REACH ausgenommen. D. h., diejenigen Stoffe (in der Zubereitung MAPP Gas), die in Mengen ab 1 t/a aus Russland in EU importiert werden, müssen registriert werden. Demnach sind die Stoffe 1 und 2 registrierungspflichtig, die Tonnage der Stoffe 3 bis 7 muss noch geprüft werden.

II) Registrierungskosten
Der Aufwand und die Kosten, die bei der Registrierung entstehen, sind einzelfallabhängig. Die Registrierungskosten bestehen vor allem aus:
- Erstellung des Registrierungsdossiers
- Erstellung des Stoffsicherheitsberichtes (für Stoffe >= 10 t/a)
- Recherchen (inkl. Data sharing among SIEF)
- Kommunikation in der Lieferkette
- Interner und externer Administration
- Interner Dokumentation

Die Höhe der Registrierungsgebühren ist im Anhang der REACH- Gebührenverordnung (Verordnung (EG) Nr. 340/2008 vom 16 April 2008; pdf-Datei, 95kB)) festgelegt.

Die Gebühren variieren von 1.600 EUR für Stoffe von 1-10 t/a bis zu 31.000 EUR für Stoffe größer als 1.000 t/a. Um die Belastung kleiner und mittlerer Unternehmen zu begrenzen, sind die Gebührensätze zudem nach Unternehmensgröße gestaffelt. Die Ermäßigung beträgt: 30 % für mittlere Unternehmen; 60 % für Kleinunternehmen; 90 % für Kleinstunternehmen. Darüber hinaus, wenn mehrere Unternehmen ein gemeinsames Registrierungsdossier einreichen, wird die Gebühr wegen der Arbeitsersparnis um 25 Prozent ermäßigt.

Nach einer vorläufigen Schätzung des Verbandes der chemischen Industrie werden die Kosten für die Registrierung (d. h. Tests und interner Aufwand, falls keine Daten vorhanden sind) wie folgt eingestuft:
1 - 10 t/a            20.000 - 40.000 €
10 - 100 t/a        150.000 - 250.000 €
100 - 1.000 t/a    etwa 400.000 €
> 1.000 t/a         0,5 - 2 Mio €

(Quelle: http://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16018/)

III) spätere Vorregistrierung
Wenn Ihr Unternehmen nach dem 1. Dezember 2008 mit der Einfuhr eines chemischen Stoffs in Mengen von 1 Tonne oder mehr pro Jahr beginnt, können Sie die Regelung für eine späte (nachträgliche) Vorregistrierung in Anspruch nehmen. Sie können dann die verlängerten Registrierungsfristen nutzen. Die Frist hängt von dem Mengenbereich und den schädlichen Wirkungen des Stoffes ab. Die gestaffelten Fristen sind: 30/11/2010 (für Stoffe >= 1000 t/a, CMR1,2 Stoffe >=1 t/a, Stoffe R50/53 >= 100 t/a), 31/05/2013 (Stoffe 100-1000 t/a), 31/05/2018 (Stoffe 1-100 t/a).

Die Möglichkeit der späten Vorregistrierung besteht nicht für Unternehmen, die die Vorregistrierungsfrist (1. Dezember 2008) für ihre Stoffe nicht eingehalten haben. Diese Unternehmen dürfen die Stoffe so lange nicht weiter herstellen oder einführen, bis sie ein vollständiges Registrierungsdossier eingereicht haben. Siehe http://echa.europa.eu/sief/pre-registration_de.asp

Erfüllt Ihr Unternehmen die Voraussetzung für eine spätere Vorregistrierung, so empfehlen wir Ihnen
a) schnellstmöglich die späte Vorregistrierung durchzuführen
b) aktiv im SIEF auftreten und Data sharing mit den SIEF-Mitgliedern (z. B. federführenden Registranten, SIEF Formation Facilitor, Data holder) durchführen (dadurch können Sie einen konkreten Kostenplan einer Registrierung erstellen).
c) Registrierungsdossier gemeinsam einreichen und/oder an einer Konsortienbildung teilnehmen, sofern dies im Einzelfall möglich und wirtschaftlich ist.

weitere Hinweise/Links:

Link zur Liste der vorregistrierten Stoffe, in der Sie suchen können, ob die jeweiligen Stoffe vorregistriert wurden.


Dialognummer: 11579
Stand: 29.07.2010

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