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Nutzerpfad: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (6.)
Stichworte: Muss für das Zerkleinern von Harnsteinen mittels eines Mörsers für urologische Untersuchungen eine Betriebsanweisung erstellt werden?

Frage:

Im Labor der Urologie werden Harnsteine unter Zuhilfennahme eines Mörsers zerkleinert, um weitere Untersuchungen durchzuführen. Ist diese Tätigkeit gefährlich und hierfür eine Betriebsanweisung notwendig?

Antwort :

Der Arbeitgeber hat die Gefährdungen, welche sich durch die Tätigkeit ergeben, im Rahmen der
Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln. Insofern prüft er, ob sich konkrete Gefahren beim Zerkleinern von Harnsteinen mittels Mörser ergeben, wertet diese aus und leitet die notwendigen Schutzmaßnahmen ein.
Dazu können u.a. gehören:
Bereitstellung und bestimmungs- und weisungsgemäßer Gebrauch der persönlichen Schutzsausrüstung (PSA);
Erstellung einer Betriebsanweisung; Unterweisung der Beschäftigten und Durchführung einer Wirksamkeitskontrolle.

Nähere Erläuterungen zu Betriebsanweisungen sind unter § 12 der
Biostoffverordnung - BioStoffV, Punkt 5 der TRBA 250 "Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege" (www.baua.de/TRBA/) und der FAQ (Komplex 3) der BAuA unter http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Biologische-Arbeitsstoffe/FAQ/03/03-01FAQ.html?docId=678632 aufgeführt:

"Betriebsanweisungen dienen der Unterweisung der Beschäftigten zum Schutz gegenüber möglichen Gefahren durch Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen. Sie enthalten schriftliche arbeitsplatzbezogene und tätigkeitsbezogene Anordnungen und Verhaltensregeln des Arbeitgebers, die verbindlich für alle im Arbeitsbereich tätigen Beschäftigten sind.
Betriebsanweisungen sind auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung vor Aufnahme der Tätigkeiten organismen- und tätigkeitsbezogen zu erstellen. Hierbei ist auf die mit den vorgesehenen Tätigkeiten verbundenen Gefahren für die Beschäftigten hinzuweisen. Die erforderlichen Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln sowie Anweisungen über das Verhalten bei Unfällen und Betriebsstörungen einschließlich Erste-Hilfe Maßnahmen sind festzuschreiben. Gegebenenfalls sind Beschäftigungsbeschränkungen oder -verbote für Schwangere oder stillende Mütter oder Jugendliche einzubeziehen."

Für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 1 ohne sensibilisierende oder toxische Wirkungen entfällt die Unterrichtungspflicht gemäß § 12 Biostoffverordnung und somit auch die Notwendigkeit einer Betriebsanweisung (Siehe dazu die FAQ unter
http://www.baua.de/cln_137/de/Themen-von-A-Z/Biologische-Arbeitsstoffe/FAQ/03/03-03FAQ.html.

Eine Gefahr der Exposition bei Labortätigkeiten mit erregerhaltigem Untersuchungsgut ist in der Urologie gegeben. Die meisten Erreger sind der Risikogruppe 2 (z.B. Streptokokken) zuzuordnen. Siehe auch Anlage 4 des Berichts unter http://osha.europa.eu/fop/thueringen/de/publications/schwerpunkt/SPA_Arzpraxen2007.pdf

Hinweis: In dem Zusammenhang sollte geprüft werden, ob eine Betriebsanweisung ausreicht, die die urologische Untersuchung des Harns / Harnsteins in Gänze beinhaltet. Vergleiche auch die BGI 853 "Betriebsanweisungen nach der Biostoffverordnung" (http://www.dguv.de/inhalt/medien/datenbank/index.jsp).

Arbeitsschutzvorschriften sowie weitere Rechtsvorschriften können Sie unter
www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/rechtsvorschriften/index.php (--> Rechtsvorschriften Arbeitsschutz) oder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 aufrufen.

Stand: Juli 2010


Dialognummer: 11371
Stand: 05.07.2010

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