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Nutzerpfad: Registrierung > Stoffsicherheitsbeurteilung / Stoffsicherheitsbericht > Grenzwerte anderer Rechtsbereiche (DNEL, PNEC, ...)
Stichworte: Kann man im beschriebenen Fall die Registrierung mit Verwendungen mit einem RCR > 1 einreichen und gleichzeitig entsprechende chronische Prüfungen vorschlagen, die dann den RCR auf unter 1 erniedrigen sollen?

Frage:

Sehr geehrte Damen und Herren,
für die Registrierung einer Tonnage > 10 Tonne/Jahr muss ein Stoffsicherheitsbericht angefertigt werden, der die sichere Verwendung darlegt.
Nehmen wir an, dass ein Stoff in einer Tonnage > 1000 Tonnen pro Jahr hergestellt wird. Als Datenbasis für die Risikobewertung dienen zunächst einmal die Prüfungen der Anhänge VI bis VIII. Auf Anforderung der Behörde werden dann gegebenenfalls Prüfungen aus Anhang XI und X ergänzt.
Betrachten wir einmal die Risikobewertung des Umweltbereiches: Mit chronischen Studien aus Anhang XI und X lassen sich die "Assessment Faktoren" um ein vielfaches herabsetzen. Jedoch macht man zunächst einmal diese Prüfungen üblicherweise nicht, da sie nicht explizit gefordert sind.
Nun läßt sich die folgende Situation konstruieren: Zunächst liegen nur die akuten Prüfungen der Anhänge VI bis VIII (mit den hohen Assessment Faktoren) vor. Es stellt sich heraus, dass manche Anwendungen nicht als sicher bewertet werden können, was möglicherweise an den hohen (konservativen) Assessment-Faktoren liegen kann. (RCR > 1)
Kann man in einem solchen Fall die Registrierung mit Verwendungen mit einem RCR > 1 (aufgrund der nahenden Registrierfrist) einreichen und gleichzeitig entsprechende chronischen Prüfungen vorschlagen, die dann denn den RCR auf unter 1 erniedrigen sollen? Ist dann für eine solche Übergangszeit die Verwendung erlaubt?
Entschuldigen Sie die lange Frage. Ich hoffe jedoch, dass sie dadurch unmissverständlich formuliert wurde. Viele Grüße und schon einmal und vielen Dank für die Antwort.

Antwort :

Einer der zentralen Punkte von REACH ist es, eine sichere Verwendung von Stoffen zu erreichen. Eine Verwendung, die einen RCR > 1 hat, ist nicht sicher. D. h. es müssen entsprechende Risikomanagementmaßnahmen festgelegt werden, damit die Verwendung beherrschbar wird oder die Verwendung darf nicht unterstützt werden. Gegebenenfalls müssen vorläufige Maßnahmen ergriffen werden, bis entsprechende Daten vorliegen. In der REACH-Verordnung im Anhang I, 0.5. im letzten Absatz lautet es zu Ihrer Anfragenthematik:

Ist der Hersteller oder Importeur der Ansicht, dass weitere Informationen für die Erstellung des Stoffsicherheitsberichts erforderlich sind und dass diese Informationen nur durch Versuche nach Anhang IX oder Anhang X gewonnen werden können, legt er einen Vorschlag für eine Versuchsstrategie vor, in dem er erläutert, weshalb er die zusätzlichen Informationen für notwendig erachtet, und verzeichnet dies im Stoffsicherheitsbericht unter der entsprechenden Position. In Erwartung der Ergebnisse weiterer Versuche verzeichnet er in seinem Stoffsicherheitsbericht die von ihm getroffenen vorläufigen Risikomanagementmaßnahmen und die Risikomanagementmaßnahmen, die er nachgeschalteten Anwendern empfiehlt, um den Risiken, die untersucht werden, zu begegnen, und nimmt sie in das Expositionsszenario auf.

Der Zugang zum REACH-Net – Beratungsservice findet sich unter der Internetadresse
www.reach-net.com. Dort kann jeder online in der REACH-Wissensdatenbank recherchieren und - nach einer einfachen, persönlichen Anmeldung - auch neue Fragen an den REACH-Expertenverbund stellen. Dort werden auch die veröffentlichte REACH-Verordnung 1907/2006 (EU-ABl. L 396 vom 30.12.2006) und begleitende Rechtsakte angeboten.
(Basis: cc19330)


Dialognummer: 11076
Stand: 20.05.2010

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