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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Verwendungsverbote > Sonstige Verwendungsverbote
Stichworte: Verwendung von Nickel - Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen

Frage:

Wir sind ein Unternehmen, das gewalzte Kaltbänder elektrolytisch (galvanisch) vernickelt. Um unserem Hause eine Zukunftsorientierung zu ermöglichen, ergaben sich aus arbeitsschutzrechtlicher Sicht folgende Fragestellungen:
1) Wie ist Ihr Kenntnisstand was Verbote bzw. Bestrebungen zum Verbot von Nickel europaweit/weltweit angeht?
2) Wie ist die aktuelle Gesetzeslage?
3) Ist mit einem Verbot oder mit einer Ächtung von Nickel als Arbeitsmaterial zu rechnen?

Antwort :

zu 2.: Nach den Vorgaben der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist metallisches Nickel als Stoff mit Verdacht auf krebserzeugende Wirkung (Carc. Cat. 3; R 40) und als sensibilisierend durch Hautkontakt (R 43) eingestuft. Im Gegensatz zu Nickelmonoxid, Nickeldioxid, Nickelsulfid und Dinickeltrisulfid, die als eindeutig beim Menschen krebserzeugende und durch Hautkontakt sensibiliserende Stoffe eingestuft sind (Carc. Cat. 1; R 49; R 43), unterliegt metallisches Nickel bisher nicht den Verboten und Beschränkungen der Chemikalienverbotsverordnung (ChemVerbotsV).

Nach den Technischen Regeln für gefährliche Stoffe 540 (TRGS 540) sind jedoch die beim Umgang mit sensibilisierenden Stoffen notwendigen Grundsätze und Sicherheitsmaßnahmen, insbesondere auch die Vorgaben des Ersatzstoffgebotes zu beachten. Aufgrund ihrer sensibilisierenden Eigenschaften als Kontaktallergene wurden 1994 mit der EU-Richtlinie 94/27/EG (“Nickel-Direktive”) Nickel und seine Verbindungen mit Verwendungs-beschränkungen als Bestandteile von Schmuck und anderen mit der Haut in Berührung kommenden Produkten in die EU-Richtlinie 76/769/EWG (Beschränkungen gefährlicher Stoffe und Zubereitungen) aufgenommen.

Diese europäische Richtlinie wurde im Jahr 2000 durch Aufnahme in die 7. Verordnung zur Änderung der Bedarfsgegenständeverordnung (BGV) in das nationale Recht aufgenommen.

zu 1. und 3:
Zur Zeit sind weder weltweit noch im europäischen Raum Tendenzen erkennbar, die auf ein vollständiges Verbot für Nickel und nickelhaltige Produkte hinweisen, da Nickel in vielen technologischen Anwendungen bisher nicht ersetzt werden kann. Bei Verfahren und Anwendungen jedoch, bei denen Nickel bzw. Nickelverbindungen in unmittelbaren Körperkontakt kommen oder freigesetzt werden können und Ersatzstoffe bzw. Ersatzverfahren verfügbar sind, sind langfristig Beschränkungen oder sogar Verbote zu erwarten. Potenziell sind davon Verfahren und Produkte mehr betroffen, die Nickel in besser verfügbarer Form enthalten, z.B. in löslicher Form oder auf der Oberfläche, als etwa Verfahren und Produkte mit Nickel in fest gebundener Form, z.B. als Legierungsbestandteil.

(Stand: 23.11.2001)

Dialognummer: 1067

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