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Stichworte: Hat die Begrenzung eines Hebekettenzuges auf 999 kg eine besondere Bedeutung? Welche Unterlagen gehören zu einem Hebekettenzug?

Frage:

Bei uns im Betrieb hat ein Stahlbauer eine Rahmenkonstruktion errichtet, in die auf einer Führung ein Hebekettenzug eingehangen wurde. Als Tragkraftangabe wurden 999 kg angebracht. Mit dieser Einrichtung sollen Lasten von der darunterliegenden Ebene angehoben werden. Auf Nachfrage sagte man, dass durch die Angabe von "999 kg" irgendwelche nicht näher benannten Dinge/Vorschriften nicht gelten und beachtet werden müßten. - Stimmt das oder handelt es sich nicht "ganz normal" um eine Maschine nach EG-MaschRL, mit erforderl. Gefahrenanalyse durch den Hersteller, CE Kennzeichnung, Konformitäterklärung usw... ?
Welche Dinge/Nachweise/Unterlagen müssen zu dieser Konstruktion bei uns, beim Verwender, vorhanden sein?

Antwort :

Bei der Fragestellung kann davon ausgegangen werden, dass die Hebeeinrichtung eine Maschine i. S. der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG - MRL ist (-> http://www.maschinenrichtlinie.de/dokumente-maschinenrichtlinie.html#c161).
Neben den grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen des Anhanges I Nr. 1, MRL hat der Hersteller in diesem Fall auch die zusätzlichen grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen zur Ausschaltung der durch Hebevorgänge bedingten Gefährdungen gem. Nr. 4, Anhang I, MRL zu berücksichtigen. Hierbei sind auch spez. Anforderungen an Maschinen, die nicht durch die menschliche Kraft (z.B. durch einen elektrischen Motor ) angetrieben werden (Nr.4.2.2, Anhang I, MRL) zu beachten. Danach müssen Maschinen mit einer maximalen Tragfähigkeit größer oder gleich 1000 kg oder einem Kippmoment größer oder gleich 40 000 Nm mit Einrichtungen ausgestattet sein, die den Fahrer warnen und eine Gefahr bringende Bewegung verhindern, und zwar bei Überlastung, entweder durch Überschreiten der maximalen Tragfähigkeiten oder durch Überschreiten der maximalen Lastmomente, oder Überschreiten der Kippmomente.

INFORMATIONEN:
Die Hebeeinrichtung muss mit der CE-Kennzeichnung versehen sein und ihr muss gem. Art. 5 Abs. 1 b eine Konformitätserklärung beiliegen.
Auf der Hebeeinrichtung muss zusätzlich zur Kennzeichnung gem. Nr. 1.7.3, Anhang I, MRL folgende Kennzeichnung gem. Nr. 4.3.3 angebracht sein:
– Kennzeichnung der max. Tragfähigkeit ggf. Tragfähigkeitsschild,
– Ggf. Hinweis auf das Verbot der Personenbeförderung

Die Betriebsanleitung nach Nr. 1.7.4., Anhang I, MRL ist durch die Angaben gem. Nr. 4.4.2 Anhang I, zu ergänzen:
a) technische Kenndaten der Maschine, insbesondere Folgendes:
– maximale Tragfähigkeit und gegebenenfalls eine Wiedergabe des in Nummer 4.3.3 Absatz 2 genannten Tragfähigkeitsschilds oder der dort genannten Tragfähigkeitstabelle,
– Belastung an den Auflagern oder Verankerungen und gegebenenfalls Kenndaten der Laufbahnen,
– gegebenenfalls Angaben über Ballastmassen und die Mittel zu ihrer Anbringung;
b) Inhalt des Wartungsheftes, falls ein solches nicht mitgeliefert wird;
c) Benutzungshinweise, insbesondere Ratschläge, wie das Bedienungspersonal mangelnde Direktsicht auf die Last ausgleichen kann;
d) gegebenenfalls einen Prüfbericht, in dem die vom Hersteller oder seinem Bevollmächtigten oder für diese durchgeführten statischen und dynamischen Prüfungen im Einzelnen beschrieben sind;
e) notwendige Angaben für die Durchführung der in Nummer 4.1.3 genannten Maßnahmen vor der erstmaligen Inbetriebnahme von Maschinen, die nicht beim Hersteller einsatzfertig montiert werden.

Hinweis: Die gleichen Anforderungen stellte auch die alte MRL 98/37/EG.
Das bedeutet, Maschinen mit einer maximalen Tragfähigkeit von 999 kg oder kleiner müssen mit keiner Warn- und Überlasteinrichtung für den Bediener ausgerüstet sein.

Stand: Februar 2010


Dialognummer: 10432
Stand: 02.03.2010

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