Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (5.)
Stichworte: Welche Arbeitsschutzmaßnahmen sind in einer Elektronikwerkstatt für das Löten notwendig?

Frage:

Es geht um Arbeitsplätze, an denen zu Reparaturzwecken an Elektronikbauteilen, Kabeln und Platinen gelötet wird. Die Arbeitszeit des Lötens beträgt im Schnitt 5 % - also täglich ca. 30 Minuten, verteilt auf mehrere Zeitpunkte. Es wird ausschließlich mit bleihaltigem Weichlot und Lötkolben bei Löttemperaturen unter 450 °C gearbeitet.
Welche Arbeitsschutzmaßnahmen sind in einer solchen Elektronikwerkstatt für das Löten notwendig? Sind Absaugeinrichtungen an den Arbeitsplätzen mit Abluftführung nach außen zwingend vorgeschrieben? Vorhanden sind Ventilatoren, die die Lötrauche wegblasen. Welche Maßnahmen der persönlichen Hygiene sind zwingend einzuhalten? Sind Messungen oder Biomonitoring bei diesem Zeitanteil des Lötens für die Gefährdungsbeurteilung notwendig?

Antwort :

Erläuterungen über die beim Weichlöten zu treffenden Maßnahmen sind der BG-Information BGI 790-014 "Weichlöten mit dem Lötkolben an elektrischen und elektronischen Baugruppen oder deren Einzelkomponenten (Kolbenlöten)" zu entnehmen. Im Abschnitt 5 der BGI 790-014 wird folgendes ausgeführt:

"Lötrauche sind an der Entstehungsstelle abzusaugen. Dazu dienen separate (z. B. Trichter, Hauben) oder an der Spitze des Lötkolbens integrierte Erfassungseinrichtungen.
Die Absauganlagen sind als Einzelplatz-, Gruppen- oder Zentralabsaugung ausgeführt. Die abgesaugte Luft ist in Abscheidern zu reinigen und in den Arbeitsraum zurück- oder nach außen abzuführen.
Des Weiteren werden so genannte Lötrauchadsorber eingesetzt. Hierbei handelt es sich um Tischgeräte, die so nah wie möglich an die Lötstelle bzw. an den Lötprozess herangeführt werden. Die Lötrauche werden durch einen Ventilator angesaugt und in einem Bauteil mit Aktivkohle abgeschieden. Lötrauchadsorber als Tischgeräte scheiden die entstehenden Lötrauche nicht ausreichend wirksam ab, so dass die Vorgaben dieser BG/BGIAEmpfehlungen nicht angewendet werden können.
Hinweise zu Schutzmaßnahmen geben die BG-Regel „Arbeitsplatzlüftung – Lufttechnische Maßnahmen“ (BGR 121), die VDI-Richtlinie 2262 Blatt 3 „Luftbeschaffenheit am Arbeitsplatz, Minderung der Exposition durch luftfremde Stoffe“ und der Untersuchungsbericht „Lötrauchemissionen beim Einsatz von Absauggeräten – Weichlöten“."

Die in der BGI 790-014 genannten Maßnahmen basieren auf Messungen, die von der Berufsgenossenschaft durchgeführt wurden. Bei Einhaltung der in der BGI beschriebenen Maßnahmen sind erneute Messungen nicht erforderlich, da es sich bei den Maßnahmen nach BGI 790-014 um ein Verfahrens- und stoffspezifisches Kriterium (VSK) nach der TRGS 420 handelt.


Dialognummer: 10145
Stand: 27.01.2010

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.